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Entscheidungüber Ausbau der Außenhalle vertagt

Schulelternrat sammelt mehr als 300 Unterschriften

Rehren (la). Am Donnerstag haben in der Grundschule Auetal die Mitglieder des Umwelt- und Bauausschusses und des Schulausschusses gemeinsam getagt. Einziger Tagesordnungspunkt war der Antrag des Schulvorstandes auf Ausbau der Außenhalle zu einem Betreuungsraum für die Ganztagsschule (wir berichteten). Der Schulelternrat hatte sich im Vorfeld der Sitzung dafür eingesetzt, die Fraktionsvorsitzenden informiert und Unterschriften gesammelt, um ihrer Forderung Ausdruck zu verleihen. Die Schulelternratsvorsitzende, Ulrike Hohmeyer, überreichte die Unterschriftenlisten vor Sitzungsbeginn an Bürgermeister Thomas Priemer. Mehr als 30 Eltern waren gekommen, um als Zuhörer an der Sitzung teilzunehmen.

Großer Andrang in der Außenhalle der Grundschule Auetal: Bauamts

Zunächst schilderte Priemer den Sachstand, dann besichtigten die Ausschussmitglieder die Außenhalle und ließen sich von Bauamtsleiter Friedhelm Liewack erläutern, was getan werden muss, damit aus der offenen Außenhalle ein nutzbarer Betreuungsraum wird. "Das ist nicht wenig", erläuterte Liewack und machte unter anderem auf die Bau- und Brandschutzmaßnahmen für Schulen aufmerksam. "Das ist nicht wie beim Bau eines Eigenheims." Insgesamt würde der Umbau 108 000 Euro verschlingen. Eigenleistungen, die die Eltern angeboten hatten, könnten nur in Höhe von etwa 20 Prozent erbracht werden. "Sie können zwar beim Aufnehmen des Bodenpflasters helfen, aber sehr viel mehr ist nicht von Laien machbar", so Liewack. Zurück im Schulgebäude, begann dann die Diskussion über den Antrag des Schulvorstandes. Schulleiter Carl Gundlach und Lehrerin Heike Rzepka erläuterten den Politikern noch einmal die Gründe für die Forderung. Gundlach präsentierte ein Rechenbeispiel mit Sparmöglichkeiten. "Schon allein durch die zusätzlichen Heizkosten, die anfallen würden, wenn wir alle Klassenräume auch am Nachmittag heizen würden, kommen eine Menge Mehrkosten auf die Gemeinde zu. Wenn wir nur die Außenhalle heizen, wird es billiger", so Gundlach. Ein Umbau der Pausenhalle, die von den Kindern ohnehin nicht benutzt werde, sei in jedem Fall sinnvoll, unterstrich der Schulleiter. "Dafür, dass die Pausenhalle nicht genutzt wird, war sie ganz schön teuer", stellte Ursula Sapia fest und wies auf die sinkenden Schülerzahlen hin. "Die Schülerzahlen gehen zurück, und damit haben wir mehr Platz in der Schule." Außerdem verstehe sie nicht, warum die Klassenräume nicht am Nachmittag für die Betreuung genutzt werden können. Im Ruhrgebiet würde das auch gemacht. "Man muss nur ein vernünftiges Konzept finden, dann geht das auch", meinte Sapia. Auch Hans-Jürgen Bethge leuchtete nicht ein, warum die Klassenräume nicht benutzt werden können. "Diese Frage schockiert mich", sagte Gundlach. Im Konzept für die Ganztagsschule, das er als eine Art Vertrag ansieht, stehe drin, dass die Nutzung der Klassenräume nicht möglich ist, weil Kinder und Lehrer dort ihr Eigentum haben und die Räume für die Unterrichtsvor- und -nachbereitung benötigt werden. "Der Klassenraum ist für die Grundschulkinder ein wichtiger Lebensraum. Da können am Nachmittag keine anderen Kinder rein", bekräftigte Heike Rzepka. Ein Spindsystem mit Schlüssel sei nichts fürsechs- bis zehnjährige Kinder. Außerdem könne auch nicht alles eingeschlossen werden. Siegbert Held berichtete von seiner Erfahrung an einer Ganztagsschule in Minden, an der er tätig ist. "Kinder brauchen Platz, aber das Land gibt uns nicht die notwendigen Mittel", sagte Held. Natürlich sei der Klassenraum ein Lebensraum für die Kinder und eine Art zweites Wohnzimmer, aber auch zu Hause habe man Funktionsräume. "Ich glaube, dass das Raumkonzept einfach noch nicht richtig durchdacht ist und lade Sie alle ein, unsere Schule in Minden zu besuchen und sich dort zu informieren", so Held. Für ihn schien der Ausbau der Außenhalle auch keine Lösung zu sein. "140 Quadratmeter für 50 Kinder geht nicht, und für 25 Kinder wäre das wohl etwas zu üppig", sagte Held. Klassenräume seien dagegen ideal für die Erledigung von Hausaufgaben, für Förder- und Gruppenarbeit. "Man muss sich umstellen, aber es funktioniert", so Held. Wenn aber die Außenhalle wirklich ein Flop sei und nicht genutzt werde, dann sei der Wunsch des Schulvorstandes verständlich, denn Betreuung brauche Platz. Heinrich-Jürgen Ebeling brachte es für viele der Ausschussmitglieder schließlich so auf den Punkt: "Ich glaube in diesem Punkt haben wir alle einen erheblichen Beratungs bedarf." Schließlich wurde von beiden Ausschüssen beschlossen, sich umfassend zu informieren und dann erneut eine Sitzung zu dem Thema anzuberaumen - und zwar möglichst kurzfristig, denn wenn die Grundschule Auetal ab August dieses Jahres Ganztagsschule werden solle, dann dränge die Zeit.



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