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SPD schiebt mit Konzept Diskussion um die Nachnutzung der Hinrich-Wilhelm-Kopf-Schule an

Schule soll zum Generationen-Zentrum werden

Bad Münder. Für die Mitglieder des SPD-Ortsvereins Bad Münder ein Horrorszenario schlechthin: Dort, wo heute noch Kinderlachen und Schulalltag das Bild prägen, könnte in absehbarer Zeit trostloser Leerstand gähnen – wenn nämlich die KGS in den Neubau an der Bahnhofstraße umgezogen ist und die letzten Hauptschüler die Hinrich-Wilhelm-Kopf-Schule verlassen haben. „So weit dürfen wir es auf keinen Fall kommen lassen“, sagt Siegfried Schönfeld. Er hat in vielen Diskussionsrunden mit dem Vorstand seines Ortsvereins ein Konzept entwickelt, wie eine künftige Nachnutzung des Schulareals aussehen könnte.

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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Der Ansatz der Sozialdemokraten, für den sie sich eine konstruktive öffentliche Diskussion wünschen: Aus der Schule im Herzen der Stadt soll ein öffentliches Freizeit- und Generationenzentrum werden. Das Konzept, das einen Antrag an den Ortsrat begleitet und bewusst als vorläufig gekennzeichnet ist, soll in den kommunalpolitischen Gremien, aber auch in Vereinen und Verbänden zum Thema werden. „Wir haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, wollen einen Planungsprozess anschieben“, sagt Schönfeld – sieht aber die „Meinungsführerschaft und Deutungshoheit“ sehr wohl bei der SPD.

Oberste Priorität hat für die Entwickler des Konzeptes die Kostenneutralität für Landkreis und Stadt. „Der Landkreis als derzeitiger Eigentümer der Immobilie soll finanziell entlastet werden“, erklärt Wilfried Hartmann. Schönfeld weist darauf hin, dass das Gebäude erst vor kurzer Zeit für rund eine Million Euro renoviert wurde.

„In Krisenzeiten entwickelt sich oftmals besondere Kreativität“, begründet Kreistagsmitglied Swen Fischer eine weitergehende Idee der Nachnutzung: Die Umwandlung eines nicht mehr als Schule benötigten Gebäudes in ein Freizeit- und Generationenzentrum könnte Modellcharakter haben, sich zur Nachahmung in anderen Kreis-Kommunen, vielleicht auch darüber hinaus, empfehlen. „Die Situation, die wir hier haben, wird über kurz oder lang auch in anderen Gemeinden akut“. Besonderen Charme hat für ihn das Konzept auch, weil es von den Ortsvereinsmitgliedern aus dem Ansatz heraus erarbeitet wurde, die zukünftige Entwicklung nicht allein externen Fachleuten oder teuren Zukunftswerkstätten zu überlassen.

Um möglichst viele Münderaner für das Konzept zu begeistern, regt der Ortsverein Bürgerversammlungen an. „Niemand soll sich ausgeschlossen fühlen, alle Interessierten sind eingeladen, am Konzept mitzuarbeiten“, sagt Thomas Konior.

Im Papier der SPD finden sich bereits mehrere Einrichtungen, die in einem Freizeit- und Generationenzentrum untergebracht werden könnten: „Das städtische Bürgerbüro beispielsweise, außerdem die Stadtbücherei, die Musikschule, diverse Beratungseinrichtungen, eine Kinderkrippe und Bildungsträger“, zählt Hartmann auf. Kinder-, Jugend- und Erwachsenenbetreuung wären möglich, da ein barrierefreier Zugang besteht. Außerdem könnte die bisherige Aula für Veranstaltungen genutzt werden, für Tagungen und Foren, aber auch Kongresse und Ratssitzungen.

Auch über Ansätze zur Finanzierbarkeit haben sich die Ortsvereinsmitglieder bereits Gedanken gemacht. In ihrem Konzept schlagen sie vor, das Bürgerbüro nicht wie vorgesehen in unmittelbarer Nachbarschaft des Rathauses an der Marktstraße unterzubringen, sondern im Freizeit- und Generationenzentrum. Bislang wird der vorgesehene Raum als Laden genutzt – diese Nutzung könnte fortgeführt werden, Ladenmiete und eingesparte Umbaukosten zur Finanzierung genutzt werden. Ein weiterer Ansatz: Wenn die Begegnungsstätte der Awo, die Bücherei und der Mandolinenverein in der umgenutzten Schule ein neues Domizil finden, könnte das städtische Gebäude Wallstraße 3 verkauft werden – und der Erlös ebenfalls in die Finanzierung fließen. Verkauft werden könnte auch das Gebäude am Stadion, in dem bislang das Jugendzentrum Point untergebracht ist.

„Der Landkreis wird vor einer Immobilienbrache bewahrt, spart Kosten und fördert indirekt ein einmaliges soziales Projekt“, fasst Ortsvereinschef Jörg-Uwe Wussow zusammen – und wartet wie seine Mitstreiter gespannt auf die Diskussion des Vorstoßes.



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