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Awo-Senioren und mündersche Grundschüler begegnen sich im Unterricht

Schule heute erleben, von früher erzählen

Bad Münder (st). Stillsitzen, zuhören, aufpassen – in der Schule heute genauso angesagt wie vor 60 Jahren. Und doch hat sich viel verändert. Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Schulalltag haben gestern Schüler der Grundschule Bad Münder und Mitglieder des Awo-Ortsvereins miteinander besprochen. Die Senioren haben im Rahmen des Projektes „Unterricht heute – Alt und Jung begegnen sich“ eine Stunde mit der zweiten Klasse von Lehrerin Barbara Hartmann verbracht – im Anschluss wurde viel gefragt und so manch spannende Geschichte von früher erzählt.

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Awo-Chef Hans-Jürgen Meyer und seine Frauengruppe hatten sich in einer Reihe am hinteren Ende des Unterrichtsraumes hingesetzt und beobachteten das bunte Treiben – Hartmann hatte für ihre Schützlinge einen Themenbereich in mehreren Stationen aufgearbeitet: es ging um Hunde. Die Kinder durften sich frei in der Klasse bewegen und die insgesamt vier Aufgaben nacheinander lösen. Die Awo-Senioren wunderten sich, wie ruhig das alles vonstatten ging, obwohl die Kinder nicht einmal auf ihren Plätzen sitzen mussten.

„Wir haben früher in einer Reihe gesessen, auf Bänken“, erzählte Meyer. „Und wenn der Lehrer reinkam, mussten wir strammstehen“, ergänzte Karin Fahsing. Hefte? Nein, die habe es auch nicht gegeben, erfuhren die Kinder – nur Schiefertafeln mit Griffel. „Und der hat immer so schrecklich gekratzt“, sagte Fahsing. „Viel mehr war in unserer Schultasche aus Leder auch nicht drin“, erzählte Elke Beisert. Außer einem Federhalter, wie Sigrid Hellmann berichtete. „Bis zur achten Klasse mussten wir Schönschreiben lernen.“ Auch Spielgeräte zum Klettern oder Schaukeln gab es nicht. „Nein, der Schulhof war leer“, sagte Theodora Meyer-Louis. Man hätte lediglich ein Seil und ein Stück Kreide zum Aufmalen von „Himmel und Hölle“ gehabt.

Erschrocken blickten die Kinder auf Meyer, als er erzählte, dass kurz nach dem Weltkrieg die Lehrer auch schon einmal den Rohrstock ausgepackt hätten. Am Ende haben beide Seiten durch die Begegnung viel voneinander erfahren.

Tim (v.l.), Mia (beide 7) und Lisa (8) probieren eine alte Schiefertafel aus, die die Awo-Senioren mitgebracht haben.



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