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Zwei Vertreter der SPD legen Sitze im Ortsrat Grohnde nieder / Spekulationen um Amelgatzen

Schuldebatte geht unter Protesten weiter

Grohnde/Amelgatzen (cb). Wenn der Ortsrat Grohnde sich heute erneut mit dem Thema Grundschule befasst, dann fehlen in dem Gremium zwei weitere Vertreter der Sozialdemokraten. Nachdem bereits Lothar Halbrock sich aus beruflichen und privaten Gründen aus der politischen Arbeit zurückgezogen hatte, legten nun Klaus Näke und Uwe Langhoff ihre Mandate nieder – weil sie nicht damit einverstanden sind, dass die Grundschule geschlossen werden soll.

Grohnde/Amelgatzen (cb). Wenn der Ortsrat Grohnde sich heute erneut mit dem Thema Grundschule befasst, dann fehlen in dem Gremium zwei weitere Vertreter der Sozialdemokraten. Nachdem bereits Lothar Halbrock sich aus beruflichen und privaten Gründen aus der politischen Arbeit zurückgezogen hatte, legten nun Klaus Näke und Uwe Langhoff ihre Mandate nieder – weil sie nicht damit einverstanden sind, dass die Grundschule geschlossen werden soll. Langhoff, der als Parteiloser für die Sozialdemokrat angetreten war, richtete dabei seine Kritik gegen die beiden Parteimitglieder Rita Bode und Hans-Heinrich Kietzke, die bei der vergangenen Sitzung sich der Stimme enthalten hatten. „Es muss doch gerade die Aufgabe eines Ortsrates sein, sich für seine Schule einzusetzen“, sagte er. Zuvor war, wie bereits im September berichtet, der langjährige frühere Grohnder Ortsbürgermeister Horst Missal aus Protest gegen die Schließungspläne aus der SPD ausgetreten. Der Aderlass der letzten Monate trifft die Partei schon etwas empfindlicher, wie ihr Vorsitzender Klaus Hinke bestätigt. Die SPD kann mit Olaf Zurmühlen als Nachrücker nur noch einen der beiden Sitze im Ortsrat wieder besetzen.

Die Elternvertreter der Grundschule lassen unterdessen nichts unversucht, die Schließungspläne abzuwenden. Maren Stelzer-Metje, Jenny Melambiotis, Bianca Löschmann und Rune Jäger haben in einem zehnseitigen Schreiben an Verwaltung, Landesschulbehörde sowie Vertreter des Gemeinde- und Ortsrates noch einmal die Argumente zusammengefasst, die für eine Zukunft der Einrichtung sprechen. „Geben Sie uns eine Chance“, lautet ihr Appell, Möglichkeiten zu suchen, alle Grundschulen in der Gemeinde Emmerthal zu erhalten.

Unterdessen nehmen die Spekulationen zur Zukunft der Grundschule Amelgatzen zu. Dort hat die Schulleiterin Evelyn Zimmer die Eltern informiert, dass sie mit Ende des Schuljahres aus gesundheitlichen Gründen ihr Amt niederlegen wolle, um ab August 2010 wieder als Vollzeit-Lehrerin zu arbeiten. Sie beruhigte die Eltern in dem Schreiben aber gleichzeitig, dass die Gemeinde an den Plänen festhalte, in Amelgatzen ein Bildungshaus einzurichten und die Landesschulbehörde die Schulleiterstelle neu ausschreiben werde.

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K. Näke

Auch Bürgermeister Andreas Grossmann und Vertreter der Politik bekräftigten auf Nachfrage, dass es für Amelgatzen wegen der jüngsten personellen Entwicklung keine neuen Pläne gebe. Klaus Hinke von der SPD, gleichzeitig Ortsbürgermeister von Amelgatzen, sagte unter Hinweis auf die politische Beschlusslage des Gemeinderates: „Wir gehen davon aus, dass die Grundschule bestehen bleibt.“ Dabei verwies er auch auf die recht stabilen Schülerzahlen.

„Im Moment ist kein Entscheidungsbedarf“, meinte CDU-Fraktionsvorsitzender Karl-Wilhelm Steinmann, ohne vorhersagen zu wollen, wie sich Lösungen abzeichnen könnten, wenn die Schulleiterstelle nicht wieder besetzt werden könne. Ähnlich argumentiert Bürgermeister Andreas Grossmann, der zwar auf die Beschlusslage zum Bildungshaus-Konzept mit dem Standort Amelgatzen verweist, aber ebenfalls personelle Probleme nicht ausschließen will. Er wisse von mehreren Grundschulen ähnlicher Größe, bei denen es Schwierigkeiten gebe, die Schulleiterstelle zu besetzen. Das habe auch Vera Kirchhoff-Bödecker von der Landesschulbehörde jüngst bei der Elternversammlung in Grohnde bestätigt.

Sobald die Schulleiterin Evelyn Zimmer wieder gesund sei, werde zu einem Elternabend nach Amelgatzen eingeladen, bei dem er zusammen mit Vera Kirchhoff-Bödecker Rede und Antwort stehen werde, kündigte Grossmann an.

Die Grundschule Grohnde ist von der Schließung bedroht. Am Standort Amelgatzen, wo die Schulleiterin ihr Amt aufgeben möchte, will die Politik zunächst festhalten.




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