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Schützen-Prozess: Heute fällt das Urteil

HAMELN/BAD MÜNDER. Der Prozess um das mutmaßliche System des Schießsportvereins (SSV) Hameln 2000 geht in einen 30. Verhandlungstag. Am Donnerstag wurden die Schlussplädoyers gehalten.
Die Verteidiger forderten Freisprüche für ihre Mandanten – hilfsweise mildere Strafen, als die von der Staatsanwaltschaft geforderten.

Der Angeklagte Vincenzo B. (Mitte) berät sich mit seinen Anwälten Roman von Alvensleben (li.) und Dirk Schoenian. Foto: Neitz
Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite

Mit Vincenzo B., einst Ehrenvorsitzender und Kassenwart des Vereins, dem ehemaligen Vereinsvorsitzenden Roman K. und dem früheren zweiten Vorsitzenden Oliver G. sitzen drei Vorstandsmitglieder des Vereins auf der Anklagebank, dessen Mitglieder auf einer Anlage bei Rehren unweit der Autobahn dem Schießsport nachgingen. Durchsuchungen gab es auch im münderschen Stadtgebiet.

Seit dem 2. Januar dieses Jahres versucht die Kammer herauszufinden, ob die Männer gegen Geld Sachkundenachweise nach dem Waffengesetz an Personen erteilt haben, die sich als Sportschützen ausgaben, obwohl entsprechende Prüfungen mutmaßlich nicht stattgefunden haben, oder Prüfungsfragen und -antworten im Vorfeld verraten worden sein sollen. Die Waffenbehörde soll im Vertrauen auf die Richtigkeit der Nachweise zu Unrecht Waffenbesitzkarten erteilt haben (wir berichteten). Auch Privatpersonen in Bad Münder gerieten ins Visier der Ermittler.

Wie langwierig die Verhandlungen waren, zeigte sich im Plädoyer des Verteidigers Dirk Schoenian. Der Rechtsanwalt setzte sich in seinem mehr als eineinhalb Stunden dauernden Plädoyer nochmals mit dem Gros der dem Hamelner vorgeworfenen Fälle auseinander. Der Verteidiger forderte im Anschluss Freispruch für seinen Mandanten. Dem schloss sich Bs. weiterer Verteidiger Roman von Alvensleben an. Der Rechtsanwalt ging in seinem Plädoyer der Frage nach, ob sein seit 14 Monate in Haft sitzender Mandant aufgrund seiner Vereinstätigkeit als Amtsträger zu sehen sei. Sollten die Richter dem nicht folgen, sei nach Auffassung des Verteidigers der Haftbefehl auszusetzen. Das Verfahren gegen drei ehemalige Angeklagte wurde mittlerweile unter Zahlungsauflagen eingestellt.

Zu einem Urteil kam es am Donnerstag beim Landgericht Hannover nicht mehr. Dies will Richter Volker Löhr am Freitagvormittag verkünden.



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