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Fünftklässler absolvieren ein Sicherheitstraining mit Bussen

Schüler werden zum "Geschoss"

Stadthagen (mw). Mit der Versetzung von der Grundschule in die fünfte Jahrgangsstufe des Stadthäger Wilhelm-Busch-Gymnasiums sind viele Schüler zu Buspendlern geworden. Um die Kinder über die damit verbundenen Gefahren zu informieren, hat die Polizei gestern mit zwei Busunternehmen geein Sicherheitstraining am ZOB Jahnstraße veranstaltet.

"Wenn es mal zu einer Vollbremsung kommt, fliegt ihr wie ein Geschoss durch den Bus", brachte es Andreas Kunze, Busfahrer bei der Schaumburger Verkehrs-GmbH, auf den Punkt. Zur eigenen Sicherheit müsse sich der stehende Fahrgast daher gut festhalten. Anschließend demonstrierte er den - sitzenden - Fünftklässlern eine Gefahrenbremsung aus einer Geschwindigkeit von 40 Stundenkilometern. Mit lautem Kreischen und teils erschrockenen Gesichtern reagierten die Kinder auf die in dieser Heftigkeit wohl nicht erwarteten Fliehkräfte. Der Hagenburger Fynn Mildszus (10) zog daraus die Lehre, "dass man sich im Bus festhalten muss, auch wenn man sitzt". "Das erlebt man ja nicht alle Tage", zeigte sich auch Laura Vetter (11) aus Seggebruch von der lehrreichen Vollbremsung angetan. Neben einer Einweisung in den Gebrauch der im Schulbus installierten Notfallhämmer informierte Kunze auch darüber, dass im Bus das Hören von Musik mit MP3-Player untersagt ist. Der Grund: "Wenn fünf Leute da vorne Musik hören, dann nervt das ganz tierisch." Zudem störe es die Konzentration der Busfahrer. "Ich kann das nachvollziehen", meinte Lucas Ruppelt (9) aus Sachsenhagen. Als Fahrer eines Drehgelenk-Busses der Rottmann-Spannuth Omnibusverkehre GmbH warnte Helmut Widdel davor, während der Fahrt im Knickbereich des Fahrzeugs herumzuturnen, denn es könne passieren, dass man dort "böse eingeklemmt" wird. Angesichts der nahenden dunklen Jahreszeit riet er zudem zu besonderer Aufmerksamkeit auf dem Schulweg. "Ihr könnt ja dann in der Schule weiterschlafen", scherzte er. Klare Worte fand Kunze auch, als erüber die Risiken des Wartens am ZOB referierte. Beim Einbiegen in die Haltebucht schwenken die Busse nämlich mitunter über die Bordsteinkante. Der Gefahrenbereich sei dabei durch eine gelbe Linie gekennzeichnet, die von den Wartenden nicht überschritten werden dürfe, so Kunze. Ein Versuch mit dort aufgestellten orangefarbenen Pylonen, die erwartungsgemäß überrollt wurden, verdeutlichte das Problem. Wenn stattdessen das Bein eines Schülers unter den zwölf Tonnen schweren Bus geraten würde, "dann ist das Bein unwiederbringlich ab."




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