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24°

Schränkchen fürs Kalte

Silixen (who). Auch wenn er auf sich warten lässt, der Sommer 2010 wird hoffentlich noch kommen. Aber egal, ob er Hitze bringen wird oder nicht, auf die Kühlung oder das Tiefgefrieren von Getränken und Speisen verzichten wir heute zu keiner Jahreszeit. Zumal es dazu nur das entsprechende Gerät und einen Stromanschluss braucht.

Kein altes Nachtschränkchen, sondern ein antiker Kühlschrank vom

Früher dagegen war Kühlung im Haushalt nur im Winter kein Problem, wenn sich die niedrigen Außentemperaturen direkt nutzen ließen: Entweder Speisekammer-Fenster auf oder den Topf mit dem Rest Suppe von heute für das Mittagessen von übermorgen einfach gleich nach draußen gestellt...

Andere Aufbewahrungsmöglichkeiten boten kühle Erdkeller abseits vom Haus oder solch ein Schränkchen, das zur Sammlung alter landwirtschaftlicher Geräte der Familie Wächter in Silixen gehört. Heinz Wächter stellt das antike Möbelstück, das wie eine Nachtkommode aussieht, vor als Kühlschrank. Und weiter: Infolge der Elektrifizierung und nach dem geraume Zeit später einsetzenden Einzug neuzeitlicher Kühltechnik auf dem Lande ist er wohl von einem modernen Kühlgerät ersetzt worden. Danach hat er als Werkzeugschränkchen auf einem benachbarten Bauernhof gedient, bevor sein innerer Wert entdeckt als Antiquität neu entdeckt wurde.

Heinz Wächter kann auch die überlieferte Funktionsweise des Kühlschränkchens von Anno Tobak erklären: Es ist innen doppelwandig mit Blech ausgeschlagen. Zwischen Blechverkleidung und Holzkörper dürfte Isoliermaterial eingebracht sein, ebenso wie bei der Tür. Oben im Schränkchen befindet sich unter einer Klappe ein nicht isolierter Vorratsbehälter für Eis, das beim allmählichen Schmelzen seine Kälte an den Innenraum abgibt. Dieses stammte unter anderem für gewöhnlich aus den Eiskellern von Brauereien, die es im Winter teils aus zugefrorenen Teichen schneiden ließen oder später in eigenen elektrisch betriebenen großen Gefrieranlagen...

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