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Unverständnis über Interview-Äußerungen / Landrat: Ministerpräsident widerspricht sich selbst

Schöttelndreier: "Sehr enttäuscht" über Wulff

Landkreis (wer). Mit Unverständnis und Befremden reagiert Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier auf die Rüge von Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) für die Kooperation der Weserbergland-Landkreise. "Ich bin sehr enttäuscht", sagt Schöttelndreier. "Ich habe hohe Achtung vor Herrn Wulff gehabt, aber die Äußerungenstehen in krassem Gegensatz zu seiner Rede vor drei Wochen auf dem Herbstempfang des AdU."

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Im gestern veröffentlichten Interview mit unserer Zeitung kritisierte Wulff mangelnde Eintracht unter den drei Weserbergland-Kreisen Schaumburg, Hameln-Pyrmont und Holzminden, sprach von "trennenden Eitelkeiten", Emotionen, fehlendem Vertrauen und einer nicht optimalen Selbstdarstellung. "Ich kann damit nichts anfangen und fühle mich nicht angesprochen", weist Schöttelndreier (von Wulff gerne als sozialdemokratischer "Lieblings-Landrat" gehätschelt) die Kritik zurück. Am 7. November habe sich der Ministerpräsident vor dem Arbeitgeberverband der Unternehmen im Weserbergland noch ausgesprochen lobend über die Kooperation in der Region geäußert und die Weserbergland AG als nachahmenswertes Modell bezeichnet. "Ich kann mir nicht erklären, wie es jetzt zu diesen Äußerungen kommt." Reichlich strapaziert wurde die in der "Regionalen Entwicklungskooperation" (REK) institutionalisierte Zusammenarbeit der Weser-Anrainer allerdings durch das furiose Scheitern der "Erlebniswelt Renaissance" (EWR). Nicht gerade mit einer Stimme sprachen die drei Landräte jüngst auf einer Pressekonferenz, als es um mögliche Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ging. Abgesehen von der EWR-Pleite gilt die REK indes als Erfolgsprojekt. "Die Fördermittel, die wir aus EU-Töpfen bekommen, sprechen eindeutig dafür", lobt Schöttelndreier. Gerade vor einer Woche feierte man die Aufnahme aller drei Weserbergland-Teilregionen in das neue Leader-Programm, was insgesamt sechs Millionen Euro an Fördermitteln erschließt. Auf dem "Abend der Parlamentarier" am vorigen Mittwoch bilanzierte Schöttelndreier als derzeitiger Sprecher der REK: "Land, Bund und EU haben unsere Kooperation wiederholt als modellhaft hervorgehoben." Offenbar wird diese Einschätzung auch von der Landesregierung geteilt. Erst am 8. November bewilligte das Ministerium für ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz eine Zuwendung über 300 000 Euro für weitere Regionalplanung im Weserbergland. Schöttelndreier: "Unsere Kooperationskultur macht den Weg für Fördergelder frei."



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