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Kreishandwerkerschaft Schaumburg spricht 98 Gesellen frei

Schöttelndreier: Handwerk ohne goldenen Boden, aber mit Zukunft

Bückeburg (bus). "Die vernünftigen Menschen passen sich der Welt an. Die unvernünftigen versuchen, sie zu verändern. Deshalb hängt aller Fortschritt von den Unvernünftigen ab" - mit diesem Zitat des irischen Dramatikers George Bernard Shaw hat Kreishandwerksmeister Thomas Krömer die Absolventen der Sommer-Gesellenprüfung 2008 auf ihren zukünftigen Berufsweg eingestimmt. Die im komplett besetzten großen Saal des Bückeburger Rathauses ausgerichtete Freisprechungsfeier erlebte mit insgesamt 98 frischgebackenen "Jung-Gesellen" eine bemerkenswert große Zahl erfolgreiche junger Frauen und Männer.

Besonders die Abteilungen "Maler und Lackierer, Fachrichtung Gestaltung und Instandhaltung" (23) sowie "Friseur/in" (18) glänzten mit umfangreichen Kontingenten. Für alle stelle die Feier, so Krömer, nicht nur einen Abschluss sondern auch einen Neuanfang dar. "Bis zur Rente sind es noch ein paar Sonnenuntergänge", fügte der Kreishandwerksmeister hinzu, der den ehemaligen Auszubildenden gute Berufschancen vorhersagte. Bedingt durch den demografischen Wandel, die steigende Nachfrage nach individuellen Lösungen und die sich stark verändernde Umwelt werde das Handwerk auch zukünftig qualifizierte Fachkräfte benötigen. Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier merkte an, dass die sprichwörtlich überlieferte Erkenntnis "Handwerk hat goldenen Boden" heute nicht mehr vollends Gültigkeit besitzt. Derzeit müsse es eher heißen "Handwerk hat wieder Zukunft". Was nicht zuletzt die große Zahl der Freizusprechenden unter Beweis stelle. Schöttelndreier: "Nachfrage und Bedarf sind da. Und die können nur von Leuten mit qualifizierter Ausbildung wie Ihnen gestillt werden." Im Gegensatz zu sogenannten Global Players habe sich das heimische Handwerk mit mehr als 8000 Arbeitsplätzen als verlässlicher Partner erwiesen. Der Landkreis trage mitseiner mittelstandsfreundlichen Ausschreibungspraxis und unbürokratischen Vorgehensweisen dazu bei, die Handwerksbetriebe zu unterstützen, betonte der Landrat. Im Gegensatz zum Sommer 2007, als etliche Kandidaten das Klassenziel wegen der Neuordnung des Prüfungswesens in einigen Berufsfeldern verfehlten und niemand für besondere Leistungen ausgezeichnet wurde, konnte Kreislehrlingswart Walter Hardekopf diesmal dem Zimmerer Björn Reimann (praktisch: Sehr gut, theoretisch: Gut) eine Sonderprämie überreichen. Fritz Pape, der die Geschäfte der Kreishandwerkerschaft führt und gemeinsam mit Hardekopf sowie den Innungsobermeistern die Gesellenbriefe aushändigte, bezeichnete die 2008er Prüfung als "insgesamt durchaus ermutigend". Viele Absolventen hätten ein wenig Pech gehabt und bessere Noten nur sehr knapp verpasst.




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