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"Heini" und "Stiene" halten auf der Schaer Ahnebeier einen plattdeutschen Jahresrückblick

Schnippedillerich und groute Kastenienboum

Scheie (bus). In Scheie zählt für viele Besucher des Erntefestes der in plattdeutscher Sprache vorgetragene Jahresrückblick zu den Höhepunkten der Brauchtumsfeier. Wenn die Chronisten "Heini" und "Stiene" (in diesem Jahr verkörpert von Ulrich und Bettina Backhaus) aus dem Nähkästchen plaudern, spitzt das Ahnebeier-Publikum hoch gespannt die Ohren. In der aktuellen Bilanz widmete sich das Pärchen unter anderem den Themen Jugendfeuerwehr, Buswartehäuschen und Kastanienbaum.

Heini: Sejj eis Stiene, hest dou denn von ouser Schader Jugendfüerwiehr all ehürt, de hewwet sick jou mit den Müsingern tehoupe dohn. (Sag mal Stiene, hast du schon davon gehört, dass sich die Scheier Jugendfeuerwehr mit den Müsingern zusammengetan hat?) Stiene: Ne dor weit eck jou noch jornix von! (Nein, davon weiß ich noch gar nichts.) Heini: Jo, eck löwe de Schader Jungens un Maikens willt woll ouk eis saun bieten mit´n Füer spielen. No, un weil dat hieer inn Dörpen ich klappen woll, dorümme hewwet se sick nou den Müsingern anneschloten. (Ich glaube, die Scheier Jungen und Mädchen möchten wohl auch einmal ein bisschen mit dem Feuer spielen. Und weil das hier im Dorf nicht klappen wollte, haben sie sich den Müsingern angeschlossen.) Stiene: Noja, dat mach jou jornich sau verkiert sein, awer worümme sind se denn nich hier inn Schae ebliem? (Das mag gar nicht so verkehrt sei, aber warum sind sie nicht hier in Scheie geblieben?) Heini: Jo dou, dat is sau ne Sache, eck mach et jou eijentlich jornich sejjen, awer dor jifft et en groutet Hindernis inn Füerwiehrhouse! De Pissbecken sind dor nämlich sau houch annebrocht, dat saujohr de outjewossenen Kirls ühr Schwierigkeiten hewwet, dor herantekumen. Wer nich sau grout is, de mot sien Schnippedillerich sau upn Rand packen! (Wegen eines in der Porzellan- Installation des Feuerwehrhauses versteckten Hindernisgrundes.) Stiene: Wat eck die noch sejjen woll Heini, de Stadtväter vonner Bückeborj, de settet sick ouk nich sau richtij för üsch Schader in. Sei verspräket jou mit ünner viel, awer hoult et denn ann Enne doch nich. Eck meene, dat niee Bushäuschen, wat doch woll för Schae bestimmt was, dat staht doch scheinbar nou in Rusbende! (Die Bückeburger Stadtväter setzen sich auch nicht so richtig für uns Scheier ein. Sie versprechen ja mitunter viel, aber halten es am Ende doch nicht. Das neue Buswartehäuschen, das doch wohl für Scheie bestimmt war, das steht doch nun scheinbar in Rusbend.) Heini: Jo, dor heste recht Stiene, eck löwe, de Herren outer Stadt, de künt de Grenzen von den Ortschaften nich sau richtich outenannerhoulen, un den schönen grouten Kastenienboum vonn Schoulplatze, dene hewwet se üsch ouk eklauet, ob de denn nou woll ouk in Rusbende wieerwasset? (Die Herren aus der Stadt können die Grenzen der Ortschaften nicht richtig auseinanderhalten, und den schönen großen Kastanienbaum vom Schulplatz haben sie uns auch gestohlen. Ob der jetzt wohl auch in Rusbend weiterwächst?) Heini und Stiene: "Wer Dach för Dach sien Arbat dat, un jümmer upn Posten staht un dat datt frouh, und dat datt jirn, de schall sick ouk mol amüsiern.




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