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„Schnaitel“-Einsatz: Wie Weiden zum Spielen dienen können

BÖBBER. Seit nunmehr gut 30 Jahren kümmert sich der Nabu Bad Münder in der Böbberbachniederung um eine Feuchtwiese, auf der auch einige Kopfweiden zu finden sind. Da diese alle fünf bis sechs Jahre zurückgeschnitten werden müssen, trafen sich aktive Mitglieder des Vereins jetzt zum Arbeitseinsatz, dem „Schnaiteln“.

Jan Gödenhöven schneidet die Kopfweiden auf der Feuchtwiese in der Böbberbachniederung zurück. Fotos: rp

Der Begriff „Schnaiteln“ stammt noch aus der Zeit, als man Weiden anbaute und die Ruten für gewerbliche Zwecke verwendete. Mit handwerklichem Geschick wurden daraus unter anderem Körbe, Sitzgelegenheiten oder Weidenzäune hergestellt. Heute ist es wohl eher ein Hobby, dieses Brauchtum weiter leben zu lassen, jedoch sieht man in einigen Gärten wieder vermehrt Weidezäune. So entstehen wieder erste Betriebe, die sich auch im kommerziellen Anbau der Weiden versuchen.

Die Kopfweiden sind für die Natur sehr wichtig und bei vielen Vögeln und Säugetieren durchaus beliebt. So finden darin verschiedene höhlenbewohnende Vogelarten ideale Lebensbedingungen. Oft werden der Steinkauz und auch die Fledermaus als Bewohner genannt und auch einige Meisenarten sowie der Gartenrotschwanz sind dort zu finden. Weiterhin dient der Weidenkopf während der Blüte als Nahrungsquelle für viele Insekten.

In diesem Jahr waren hauptsächlich die älteren Weiden zum Schneiden vorgesehen. Stefan Markwirth und Nico Panoussis schichteten zwei große Haufen geernteter Weidenruten zusammen – was damit geschieht, ist noch offen. Momentan gibt es noch keine Abnehmer, obwohl sich hier im Tal vielleicht manch ein Gartenbesitzer über einen selbsterstellten Weidenzaun freuen würde.

Stefan Markwirth und Nico Panoussis schichten die Weidenruten. Früher wurden diese unter anderem für Möbel oder Zäune genutzt.

Auch Tunnel zum Verstecken können damit angelegt werden. „Gerne würden wir Kindergärten oder Schulen das Material zur Verfügung stellen“, sagt Matthias Großmann, Vorsitzender des Vereins. Interessierte können sich bei ihm melden, er ist über die Webseite des Nabu Hameln-Pyrmont (https://www.nabu-hamelnpyrmont.de) zu erreichen. Selbstabholung ist allerdings Voraussetzung.rp



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