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Serie "Baudenkmale in unserer Stadt": Bau stammt aus der Neorenaissance

Schmucklos und schlicht: Jahrelang wird zweites Archivhäuschen ignoriert

Rinteln. Die Weserstadt mit ihren Dörfern ist reich gesegnet mit erhaltenswerten Baudenkmalen. In der neuen Serie "Baudenkmale in unserer Stadt" stellen die Mitglieder des Arbeitskreises Denkmalschutz einige der Objekte vor.

Der Nachbau von 1847 wurde in Fachkreisen lange ignoriert. Foto:

Autor:

Dr. Friederike Kästing

Ein reich verziertes sowie ein schmuckloses Archivhäuschen rahmen symmetrisch die große Scheune des Münchhausenhofes in der Ritterstraße ein. Das verzierte Archivhäuschen von 1565 ist ein weit bekanntes Juwel der Weserrenaissance, in der Fachliteratur hat es festen Eingang gefunden, bei Stadtführungen wird es stolz präsentiert. Nicht so das schlichte Pendant von 1847, das nur wenige Meter entfernt steht. In seiner baugeschichtlichen Bedeutung blieb esüber viele Jahre unbekannt. Mit dem Baujahr 1847 gehört es aber zu den frühesten Bauwerken der Neorenaissance, die sich auf die Weserrenaissance beziehen. Selbst von der Fachwelt wurde es ignoriert, bis es dann bei der Vorbereitung der großen Renaissance-Ausstellung auf Schloss Brake mehr oder weniger aus dem "Dornröschenschlaf" erweckt wurde: Eine Forschergruppe war nach Rinteln gereist, um noch einmal das bekannte und berühmte Archivhäuschen von 1565 zu besichtigen. Zu ihrerÜberraschung entdeckte die Gruppe dann das ihnen unbekannte schmucklose Pendant in unmittelbarer Nähe. Ein Nachbau des historischen Vorbildes, aber einfacher in allen Details der Gestaltung: Die Giebelchen zeigen keine reiche Verzierung, die Fensterrahmungen sind schlicht, Bezüge auf die griechische Mythologie fehlen. Filigrane Steinmetzarbeit zeigt nur der eingemauerte Wappenstein von 1561. Dieser ist besonders bemerkenswert, da er wahrscheinlich aus dem Herrenhaus des Münchhausenhofes stammt, welches Hilmar von Münchhausen um diese Zeit erbaute. Um 1830 wurde es bis auf die Steinfundamente niedergelegt. Dieüberraschende Entdeckung des zweiten Archivhäuschens war für die Forscher vom Weserrenaissance- Museum Schloss Brake von solch großer Bedeutung, dass das bisher ignorierte Pendant des berühmten Vorbildes zum Auslöser für die große Ausstellung "Renaissance der Renaissance" 1992 wurde.



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