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Verband Weserbergland-Tourismusüber Vorgehen verärgert

Schlösser: Kooperation gesät - und prompt Kritik geerntet

Weserbergland (wul). Kooperationen ernten meist Lob, weil sie von der Bereitschaft zeugen, an einem Strang zu ziehen und Einzelinteressen hintanzustellen. Die sieben Partner aber, die sich im Februar zur Arbeitsgemeinschaft "Faszination Schlösser im Leine- und Weserbergland" zusammengetan haben, ernten nicht nur Beifall. Kritik kam aus Bad Pyrmont, und auch der Verband Weserbergland- Tourismus ist verstimmt.

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Sechs Schlösser und die "Hameln Marketing Tourismus GmbH" (HMT) kooperieren zunächst über drei Jahre, mit dem Ziel, sich mit diesem Netz besser zu vermarkten und mehr Gäste in die Region zu locken. Die Partner bringen sich mit je 2000 Euro ein - und haben mit ihrer Initiative Begehrlichkeiten geweckt. So hätte der Bad Pyrmonter Tourismuschef Jürgen Drescher das Schloss der Kurstadt gern in dem 20- seitigen Prospekt gesehen, in dem die Schlösser ihre kulturhistorischen Schätze und weitere Angebote vorstellen. Auch von anderer Seite sei Interesse an einer Teilnahme bekundet worden, wie Mauritz vonReden, Sprecher der AG und Verwalter der Marienburg, auf Anfrage erklärt. Einstimmig haben die Be teiligten nun aber festgelegt, dass die AG "erstmal nicht erweitert wird", so von Reden, ohne nähere Gründe zu nennen. Ob im Jahr 2009 weitere Partner aufgenommen werden, sei offen und werde im Herbst im Rahmen der weiteren Planungen besprochen. Die Auswahl der Beteiligten hatte von Reden angeregt. "Ich habe letztes Jahr recht spontan als erstes die angesprochen, zu denen ich persönlich Kontakt habe", erklärt er, und die sitzen in Bevern, Corvey, Hämelschenburg, Bückeburg und Fürstenberg. Ein festgezurrter Kriterienkatalog, nach dem sich Schlösser für die Aufnahme qualifizieren können, existierezurzeit nicht. Gemein sei den Partnern aber unter anderem, dass sie "touristische Destination sind" und die "Angeboteüber Schlossführungen hinaus gehen". Im Zentrum der Vermarktung der größten Schlösserkooperation Norddeutschlands und jetzt im Zentrum der Kritik steht Harald Wanger, Geschäftsführer der HMT. Ihm wird vorgeworfen, im Marketingausschuss des Verbandes Weserbergland- Tourismus, in dem er sitzt, nicht von dem Projekt berichtet zu haben. "Die anderen Orte sind verärgert, dass sie nicht berücksichtigt wurden", sagt Geschäftsführerin Petra Wegener. "Da wurde an uns vorbeigearbeitet." Wenn jeder "macht, wie er lustig ist, dann brauchen wir den Verband nicht mehr", kritisiert sie das Vorgehen. "Den Schuh ziehe ich mir nicht an", entgegnet Wanger. "Ich habe in einer Sitzung darüber informiert, dass das Projekt im Entstehen ist." Zum Zeitpunkt der nächs ten Sitzung sei die Broschüre gedruckt gewesen. Darin stellt die HMT die Rattenfängerstadt Hameln als idealen Ausgangspunkt dar, um die Schlösser anzusteuern und hat zwei Pauschalpakete geschnürt, mit denen beispielsweise bei Busunternehmen geworben wird. Die Verbandschefin Wegener betont: "Wir benutzen die gleichen Vertriebswege, da macht es doch Sinn, auch die Gelder zu bündeln." Mit der Bezeichnung "Leine- und Weserbergland" schaffe man nun wieder eine Insellösung. Es sei wichtig, stattdessen eine einzige starke Marke wie "Weserbergland" nach außen zu präsentieren. Wohlwollender wird das Engagement der sechs Schlösser in Hannover bei der Tourismus-Marketing Niedersachsen betrachtet. Zwar habe man für die Kooperation nicht mehr im Hochglanzmagazin "Blattgold und Blütenzauber", in dem Schlösser, Burgen, Gärten und Parks vorgestellt werden, werben können, weil "es zeitlich nicht passte", sagt Pressesprecher Björn-Oliver Bönsch. Aber einer künftigen Vermarktung auch über die Tourismus-Marketing Niedersachsen stehe nichts im Weg. "Wir freuen uns, wenn andere auch mal Ideen haben."



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