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Einzigartiges Angebot: Am 31. März schließt Michael Swoboda nach 14 Jahren seinen Comic-Shop

"Schlagt zu, damit ich nicht so viel schleppen muss"

Obernkirchen (rnk). Die ersten Comics erhielt er von seinem Vater, der die Unterhaltung durch "Micky Maus" oder "Fix& Foxi" durchaus zu schätzen wusste und die bunten Hefte gerne mit seinen Kindern teilte. Heute findet der Kunde im Comic-Shop von Michael Swoboda 30 000 Hefte und Bücher. Ein Angebot, das zwischen Bielefeld und Hannover einzigartig ist. Am 31. März endet es: Dann schließt Swoboda seinen Comics-Shop.

Der Herr der bunten Bilder: Michael Swoboda wird den Comic-Shop

Damit schließt sich ein Kreis, denn zumindest für seine Stammkunden ist Swoboda weiterhin der Lieferant ihres Vertrauen: Im Kellerraum seines Hauses am Bleißmer 1a wird er ab April jeden Freitag von 16 bis 18 Uhr und Sonnabends von 10 bis 13 Uhr die Kundenwünsche erfüllen. Allerdings wird er dann nur nochVor- oder Nachbestellungen ausführen. Zurück zu den Anfängen und zum Neubeginn, sagt Swoboda. Denn im Keller hat er schon einmal Comics verkauft. Da war er schon ein alter Hase im Comic-Geschäft, hatte auf Flohmärkten erst seine Sammlungen vervollständigt und dann, quasi zur Refinanzierung, dort seine doppelten Hefte verkauft, und zudem im Keller seines Hauses einen ersten, noch recht übersichtlichen Kundenstamm aufgebaut. Aufgrund der steigenden Nachfrage entstand die Idee, sich zusammen mit einem Freund mit dem Verkauf von Comics selbstständig zu machen. Es wurden die Verlage angeschrieben, um sich mal nach den Konditionen zu erkundigen, dann wurde das Keller-Geschäft mit regelmäßigen Öffnungszeiten betrieben. "Blauäugig, so richtig blauäugig", sei er damals eingestiegen, erinnert sich Swoboda. Aber es lief gut an. Zwar stieg der berufstätige Freund nach einem Jahr aus, aber Swoboda konnte sich in seiner Nische gut behaupten. "Es plätscherte ein paar Jahre so vor sich hin", erinnert sich der 45-Jährige. Bis sie dann wirklich und ernsthaft gefällt werden musste, die Entscheidung: Ganz aufhören - oder richtig anfangen? Da kam der Entschluss, ein Ladengeschäft anzumieten. Weil Swoboda aber seinen Beruf bei der Stadt Obernkirchen nicht aufgeben wollte, war schnell klar, wo ein Comic-Geschäft einzig und allein anzusiedeln sei: In der Bergstadt, wo dann die langen und zeitraubenden Wege entfallen würden. Und er hat dort ein Geschäft aufgebaut, das in seiner Reichhaltigkeit auch Experten beeindruckt. Fast 14 Jahre hat er durchgehalten, hat an vier Wochentagen ab 16 Uhr geöffnet und am Sonnabend ab 10 Uhr, erst am Anfang der Fußgängerzone, seit 1998 an der Rathenaustraße. Jetzt ist Schluss. Die geänderten Einkaufsgewohnheiten, der allgemeine Kostendruck und auch persönliche Gründe nennt Swoboda bei der Ursachenforschung für die Geschäftsaufgabe. Seit einigen Tagen hat im Comic-Shop der Ausverkauf begonnen, auf Neuware gibt es bis zu 30 Prozent, Second-Hand-Ware kostet sogar nur die Hälfte. "Schlagt ordentlich zu, damit ich nicht zuviel in den Keller schleppen muss", meint Swoboda lachend. Vor allem seine Stammkunden nehmen ihm beim Wort. Schließlich war es nie so günstig, seine Sammlungen zu vervollständigen.

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