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Standort der Reklametafel für den Gewerbepark erzürnt Autohändler / Samtgemeinde sieht für Firma eher Vor- als Nachteile

"Schild direkt vor die Nase - dreister geht es nicht!"

Luhden (tw). "Das", schimpft Reinhard Vogt, "ist ein Schildbürgerstreich". Und sein Kollege Detlev Vogt pflichtet ihm bei: "Direkt vor die Nase - dreister geht's nicht." Was den Inhaber der Firma "RV-Reisemobile" nervt, ist eine vier Meter hohe und 3,20 Meter breite Konstruktion in Höhe der Kreuzung B 83/K 8 (neu). Sie wird in Kürze eines der drei Schilder tragen, die auf Betreiben der Gemeinde Luhden Reklame für den Gewerbepark machen sollen.

"Dieses nur drei Meter von unserem Zaun entfernte Schild", sind die beiden Geschäftsleute überzeugt, "wird Fahrern, die aus Richtung Bückeburg kommen, den Blick auf unser Firmengelände und auf unsere Fahrzeuge versperren". Dabei hätten sich sowohl die auf Vermietung und Verkauf von Reisemobilen als auch die auf Autopflege spezialisierte Firma im Herbst 2006 nur aufgrund der exponierten Lage des Areals am Standort Luhden niedergelassen. "Wir leben davon, dass man uns sieht", so die Vogts. Erschwerend komme hinzu, dass beide justament in Verhandlungen mit einem Investor aus Borstel stünden, der das obere Plateau des Firmengeländes anmieten wolle, um dort Pkw und Nutzfahrzeuge zu verkaufen. "Als er jetzt jedoch die Konstruktion für das Schild gesehen hat, hat er dankend abgewinkt", ärgert sich Reinhard Vogt. Was die Geschäftsleute indes völlig in Harnisch treibt ist, dass man aufseiten des Landkreises Schaumburg als Baugenehmigungsbehörde vermeintlich mit zweierlei Maß messe: "Wir selbst wollten dort ursprünglich ein drei mal vier Meter großes und bei Nacht beleuchtetes Werbeschild aufstellen - das ist uns damals verboten worden", sagt Reinhard Vogt. Obwohl besagtes Schild auf dem eignen Grund und Boden hätte stehen sollen. "Die Begründung war, dass sich dort eine ,Bauverbotszone' befindet", so der Geschäftsmann. Und behauptet: "Das Schild, welches die Gemeinde jetzt aufstellt, wird ebenfalls in dieser Bauverbotszone stehen." Wie auch immer. Sämtliche Kompromissvorschläge, die die Geschäftsleute der Gemeinde gemacht hätten, seien abgelehnt worden. Reinhard Vogt: "Wir hatten angeboten, den ,Gewerbepark' gegen Miete mit auf unsere eigene Reklametafel zu nehmen, die wir auf einem acht bis zehn Meter hohen Turm befestigen werden." Abgelehnt worden sei auch die Bitte, die umstrittene Werbetafel der Gemeinde wenigstens 15 Meter weiter gen Kreuzungspunkt zu verschieben, wo sie den Blick auf die zwei Firmen weniger behindert hätte. Für eine gütliche Einigung - ohne Anwalt - sehen die Vogts nur noch zwei Möglichkeiten: "Entweder das Schild der Gemeinde verschwindet, oder man erlaubt uns, den Turm mit unserer eigenen Tafel direkt dahinter und damit ebenfalls in die ,Bauverbotszone' zu setzen." Bernd Schönemann kann die ganze Aufregung nicht teilen. Der Samtgemeindebürgermeister auf Anfrage der Landes-Zeitung: "Das Schild, das in Kürze für den Gewerbepark Luhden wirbt und für das es eine Baugenehmigung des Landkreises gibt, bringt für die Vogts mehr Vor- als Nachteile." Denn es lenke die Blicke der aus Richtung Bückeburg kommenden Fahrer gerade in Richtung des Vogtschen Firmengeländes, das anderenfalls von der B 83 wegen seiner Tallage kaum wahrgenommen werde. Mit einer Höhe von 2,17 Metern sei das Schild erheblich kleiner als der Rahmen - man könne also noch darunter durchsehen. Außerdem sei der Standort des Werbeträgers wegen seiner Attraktivität alternativlos. Schönemann: "Er steht auf Höhe der Ampel. Jeder, der ,Rot' hat, liest den Text auf der Reklametafel." Last, but not least weist Schönemann daraufhin, dass das Gelände, auf dem die Konstruktion steht, Eigentum der Gemeinde Luhden ist und "alle Behörden, die es betrifft, bis hin zum Bund im Vorfeld gehört" worden seien. Willkür bei der Standortwahl sei also mitnichten am Werk. Die Baugenehmigung für alle drei Schilder sei auf fünf Jahre befristet.




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