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Bibiana Steinhaus zu Gast bei der Volksbank

Schiedsrichterin gewinnt Sympathien

Bad Münder (lil). Die Volksbank Bad Münder hat jetzt nicht nur zu einem informativen, sondern auch unterhaltsamen Abend eingeladen. Gut 200 Gäste hatten sich zur 46. Vertreterversammlung erstmals im Martin-Schmidt-Konzertsaal eingefunden, um den Bericht über das Geschäftsjahr 2011 zu hören. Mindestens genauso gespannt waren sie aber auf „Pfiffige Entscheidungen“, den Vortrag von FIFA-Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus.

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Während der Schiedsrichter für den Fußballfan und Fernsehzuschauer oft den „Buhmann“ verkörpert, gewann die 33-Jährige sofort die Sympathien des Publikums. Fachkundig, offen und humorvoll berichtete Steinhaus, die als Polizeioberkommissarin beim Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport beschäftigt ist, über ihre Tätigkeit „allein unter Männern“. Steinhaus: „Es gibt 80 000 Schiedsrichter in Deutschland, nicht mal 3000 sind weiblich.“ Ein Grund dafür sei die körperliche Leistungsfähigkeit, so Steinhaus, denn Frauen müssten dasselbe erbringen wie ihre männlichen Kollegen. Sie sei die einzige Schiedsrichterin in der Bundesliga, „genieße aber eine relativ große Akzeptanz bei den Spielern“. Trotzdem: „In meiner Karriere gab es auch Negativerlebnisse“, offenbarte Steinhaus, die seit ihrer Jugend Spiele pfeift.

Als Schiedsrichterin müsse sie sofort die richtige Entscheidung treffen. „Und das bei hoher Geräuschkulisse im ausverkauften Stadion vor 22 Spielern, dem Trainer, Arzt, TV-Teams und unter hohem Druck – das bedeutet Stress“, verdeutlichte Steinhaus. „Jeder Psychologe würde raten wegzulaufen. Er hat recht, aber das hilft einem auf dem Platz nicht weiter.“ Zeit sich, an einer Entscheidung aufzuhalten, habe der Schiedsrichter nicht, sonst verpasse er anderes Wichtiges. Einmal in ihrer Laufbahn habe Steinhaus einen Elfmeter zurückgenommen, erzählte sie.

Damit die Gäste im Konzertsaal sich in Steinhaus´ Situation hineinversetzen konnten, zeigte die Referentin Ausschnitte aus Fußballspielen. Mithilfe einer Roten für Ja und einer Gelben Karte für Nein mussten sie selbst Entscheidungen treffen. War das jetzt ein Abseits oder nicht? Einigkeit herrschte nicht in den Reihen, sowohl Hände mit gelben als auch roten Karten gingen in die Luft.

Gerne beantwortete die 33-Jährige, die in Hannover lebt, Fragen. Brisante Themen wie Wettskandale, den versuchten Selbstmord von Schiedsrichter Babak Rafati und das Chaosspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC Berlin sprach das Publikum an. Steinhaus habe es vor 2005 für unvorstellbar gehalten, dass Schiedsrichter Spiele manipulieren: „Ich hätte beide Hände im Feuer verloren.“



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