weather-image
Serie zum Klimaschutz - Teil 3: LZ-Redakteur Thomas Wünsche fährt umweltfreundlich mit Autogas

Schadstoffausstoß um die Hälfte reduziert

Bückeburg. "Sie fahren mehr als 20 000 Kilometer im Jahr?" - "Ja." - "Dann lassen Sie doch eine Autogas-Anlage einbauen": Die Empfehlung meines Renault-Händlers habe ich beherzigt. Seit 23. Dezember läuft mein neuer "Modus" mit dem Gemisch, das auch als LPG (Liquefied Petroleum Gas) oder Flüssiggas bezeichnet wird. Seitdem tanke ich für die Hälfe - aktuell für 62,9 Cent; seitdem habe ich auch meinen Schadstoff-Ausstoß um bis zu 50 Prozent gesenkt. Und meine Reichweite fast verdoppelt.

Thomas Wünsche beim Tanken: Auf die Zapfpistole kommt ein Adapte

Autor:

Thomas Wünsche

Denn meinen Benzintank habe ich natürlich behalten. Schön dabei: Wenn mein Autogas-Tank, der in der Mulde des Reserverades Platz findet - das Rad ist rausgeflogen - leer ist, schaltet die Anlage automatisch auf Benzin um. Das geht, ohne das ich davon etwas merke: kein Ruckeln, nichts. Benzin übrigens, das jeder Autogas-Fahrer nach wie vor braucht. Denn das Starten des Motors geht nicht ohne. Doch sobald der ein Paar "Schluck" genommen hat und der Wagen ein bis zwei Kilometer gelaufen ist, schaltet die Anlage - richtig - automatisch auf Autogas um. Gekostet hat mich die Anlage (Fabrikat Prins, Holland) inclusive Einbau 2300 Euro. Die Umrüstung hat eine der inzwischen vielen heimischen Firmen übernommen, die sich auf diese Technik spezialisiert haben. Ab Werk ging das, wie bei fast allen Fabrikaten, auch bei Renault leider noch nicht. "2300 Euro? Na ja, ich hab die Umrüstung in Polen machen lassen und 1200 Euro bezahlt", belehrte mich ein Autogas-"Kollege" beim Tanken. Er hat gute Erfahrungen damit gemacht. Mir war das Risiko zu groß. Mit Recht. Denn meine Anlage muckte zunächst. War Feuchtigkeit in der Luft, nahm der Motor das (Auto-)Gas nur stotternd an. Als dann das Sturmtief Kyrill mit Starkregen über Schaumburg hinweg fegte, stellte die Anlage den Betrieb ganz ein. "Sie haben eine schlechte Charge erwischt", bedauerte die Werkstatt und baute auf Garantie neue Düsen ein - seitdem läuft der Wagen wie geschmiert. Meine Mutter hat sich dagegen mehr für die Frage der Sicherheit von Autogas interessiert. Ich habe sie guten Gewissens beruhigt. Autogas ist schon seit den 70er Jahren vor allem in Italien weit verbreitet. Davon abgesehen sind mir spektakuläre Meldungen über explodierende Gastanks nicht aufgefallen. Und: Wenn die Technik jemals nicht sicher gewesen sein sollte, hat sich das spätestens seit 1998 geändert. Denn seit diesem Zeitpunkt erlauben die meisten Garagenverordnungen der einzelnen Bundesländer, mit Autogas-Fahrzeugen in Tiefgaragen zu parken; eben das war - zugegeben - bis dahin nicht so. Ob Autogas heute alsoüberhaupt noch Nachteile hat? Jein oder: kommt drauf an. Denn das Tanken erfordert Übung. So muss auf den Tankstutzen von Hand ein Messingadapter geschraubt werden, den's zur Autogasanlage dazu gibt; die Zapfpistole an der Tankstelle hat ein entsprechendes Gegengewinde. Beides muss miteinander verschraubt werden, ehe das Gas strömen kann. Problem dabei: Verkantet man das Gewinde an der Zapfpistole beim Aufschrauben ... Alles klar? Nun: Mein erstes Tanken hat 35 Minuten gedauert. Danach musste ich mir von der mitleidig lächelnden Kassiererin (die kannte das schon) auch noch eine Kombizange leihen, um den Adapter wieder vom Stutzen lösen zu können. Aus Respekt vor dem "Gas" hatte ich ihn nicht hand- sondern bombenfest geschraubt... Nächste Folge: Wie man durch vorausschauendes Autofahren Sprit sparen kann. Internet-Forum: Diskutieren Sie mit unter www.landes-zeitung.de beziehungsweise www.schaumburger-zeitung.de.

0000442578-11-gross.jpg


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt