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Schaafstall: Mitgliederkonzert mit Geige und Knopfakkordeon

EGESTORF. Das Kulturprogramm des Egestorfer Schaafstalls ist längst für sein hohes Niveau bekannt – das Konzert am Wochenende war aber ein Bonuskonzert für die Freunde und Förderer der Kulturstätte: Das Duo „Tabumone“ spielte vor rund 70 Schaafstall-Mitgliedern.

Wortgewandt und musikalisch flexibel: Moritz Ter-Nedden und Tatjana Bulava begeistern die Schaafstall-Förderer. Foto: Szabo

Autor:

Patricia Szabo

Die hohe musikalische Qualität des Musikduos mit Tatjana Bulava (Bajan) und Moritz Ter-Nedden (Geige) begeisterte Veranstalter Dr. Ernst Jürgen Kirchertz schon bei einem früheren Auftritt in der Kirche in Bakede – nun konnte er sie in seinen Räumen begrüßen.

Bereits nach den ersten Klängen des im ungarischen Stil interpretierten Rondo von Joseph Haydn hatten die beiden Musiker das Publikum im auf ihrer Seite. Voller Hingabe demonstrierten sie von der ersten Minute an ihr breites musikalisches Repertoire quer durch die Geschichte und Musikstile.

Bulava und Ter-Nedden entzückten ihr Publikum neben ihrem virtuosen Umgang auch mit Temperament und Witz. Die Akkordeonistin Bulava brachte mit kurzen Anekdoten die Gäste zum Lachen und geizte auch nicht mit humoristischen und interessanten Erklärungen über die Musikstücke, Komponisten und ihre Geschichte.

„Es ist kein Fraueninstrument“, sagte Bulava beispielsweise über ihr Bajan. „Es wiegt 16 Kilo und braucht einen zusätzlichen Sitzplatz im Flugzeug“.

Mit einem Drei-Gänge-Menü, verglich Bulava Fritz Kreislers berühmte Stücke „Liebesfreud“, „Liebesleid“ und „Schön Rosmarin“ im Alt-Wiener-Stil, die ursprünglich für Violine und Klavier komponiert worden waren. Bulava erzählte, Kreisler sei seinerzeit nicht nur Komponist, sondern auch Violinist gewesen, der eine neue, sehr warme und weiche Klangkultur entwickelt habe und oft mit dem berühmten Geiger und Komponisten Niccolo Paganini verglichen wurde.

Bulavas Bajan, ein Akkordeon mit Knöpfen statt Tasten, klingt viel mehr wie eine Orgel als ein klassisches Akkordeon. Ursprünglich, erklärt Bulava, sei das auch die Idee gewesen. „Das Instrument sollte den Orgelbauern nur als Werkzeug zum Stimmen der Orgel dienen.“ Nach und nach sei die Bedeutung des Knopfakkordeons jedoch gewachsen.

Im dritten Teil des Konzerts widmeten sich die Musiker dem Tango. „Es ist mein Lieblingsteil“, kommentierte Bulava und spielte zum Auftakt Kurt Weils „Tango-Habanera“ aus der „Dreigroschenoper“. Es folgten Stücke von Astor Piazolla, dem Begründer des Tango Nuevo und auch da sparte Bulava nicht mit interessanten Hintergrundinfos über die Musik. „Bis in die zwanziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts war Tango verboten und wurde meist nur in Bordellen getanzt“, erzählte sie. Erst Piazolla habe den Tanz salonfähig gemacht – und mit über 300 Stücken ein unermüdlicher Komponist.



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