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S-Bahn: Erst die Station – dann die neue Linie

BAD MÜNDER/SPRINGE. Seit 2016 haben die Münderaner und Springer das Problem schwarz auf weiß: Eine Studie zeigte damals, wie man das Nahverkehrsnetz optimieren könnte. Dabei war ein Vorschlag: Die S 4 und die S 5 tauschen ab Hannover die Linienführung. Bis das aber Realität wird, dauert es wohl noch Jahre.

Wenn der Urlaub schon am münderschen Bahnhof beginnt – die Direktanbindung an den Flughafen wird geschätzt. Foto: Dittrich
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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Ziel des Tausches war es, Flughafen und Messe über den Hauptbahnhof per Linie S 5 zu verbinden. Die S 4 würde von Bennemühlen aus künftig über Springe nach Hameln fahren. Die attraktive Direktverbindung vor allem aus Bad Münder zum Flughafen wäre weg. Denn Springe könnte, so ein weiterer Vorschlag, von einer Art erweiterten Sprinter bedient werden: Der würde dann Paderborn, Hameln, Springe und den Flughafen verbinden und laut Studie zusätzlich nur noch in Hannover-Linden halten.

Nach Angaben der Region Hannover steht vor einer solchen Veränderung eine weitere Hürde: Der geplante Neubau der Station Deisterpforte in Springe. Denn laut Regionssprecher Klaus Abelmann wollen die Planer erst Klarheit darüber haben, ob der Haltepunkt künftig ins Netz eingebunden werden muss oder nicht. Neben der „Deisterpforte“ am Bahnübergang Heinrich-Göbel-Straße geht es um einen weiteren Halt in Laatzen-Mitte.

In einer ersten Kosten-Nutzen-Rechnung hatte die Springer Station aus Sicht der Region die nötige Hürde übersprungen. „Da es hier eine neue Bewertungsmethodik gibt, müssen wir zunächst unsere Berechnungsgrundlagen aktualisieren“, sagt Abelmann. Danach solle in Abstimmung mit dem Fördergeld-Zahler, der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen, die abschließende Bewertung durchgeführt werden. „Das wird voraussichtlich 2018 geschehen.“ Einen belastbaren Zeitplan für den Bau des Halts „Deisterpforte“ könne er momentan nicht nennen, so Abelmann – und damit auch keinen Termin für den möglichen Linienwechsel auf der S 4 und S 5. Intern hatte die Region zuletzt mit den Jahren 2022 bis 2025 als mögliche Bauphase gerechnet – frühestens. Denn wenn die Station die Bewertungen übersteht, gilt es noch Planungen und Absprachen mit der Stadt zu stemmen – genau wie den tatsächlichen Förderantrag.

Ziel des Bahnhofsbaus ist es, aus dem westlichen Teil der Springer Kernstadt mehr Bewohner zum Umstieg auf die S-Bahn zu bewegen. So sollen nur wenige Parkplätze entstehen.zett

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