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S-Bahn: Ab 2021 Züge mit WLAN und E-Bike-Steckdosen

BAD MÜNDER / HANNOVER. Die Reisenden im Raum Hannover und im nördlichen Weserbergland dürften ein angenehmes Fahrgefühl erleben, wenn sie in drei Jahren mit der S-Bahn unterwegs sind.

So sollen die S-Bahn-Triebwagen aussehen, mit der die Nordwestbahn ab Ende 2021 in Hannover und Umland unterwegs sein wird. Grafik: Stadler
Marc Fisser

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Marc Fisser Reporter / Newsdesk zur Autorenseite

An den Bahnsteigen erwartet sie der „Flirt“, der „flinke leichte innovative Regional-Triebzug“, mit dem der schweizerische Bahnbauer Stadtler weltweit für zufriedene Gesichter der Nutzer sorgt. Der Großauftrag für Niedersachsen hat einen Wert von 320 Millionen Euro.

Die Flotte der S-Bahn Hannover – und mit ihr wohl auch der Triebwagen „Bad Münder“ – wird mit dem Betreiberwechsel zur Osnabrücker Nordwestbahn weitgehend ausgetauscht. Neben den 64 „Flirts“ werden dann noch 13 Züge aus dem heutigen Bestand der Baureihe 425 weitergenutzt. Diese von einem Konsortium rund um Siemens gelieferten Fahrzeuge sind jetzt zehn Jahre alt und gelten damit noch nicht als altes Eisen. Das S-Bahn-System in Hannover war zur Weltausstellung im Jahr 2000 installiert worden – mit einem für die Beteiligten peinlichen Fehlstart, weil die Bremsen zunächst nicht mit den Sicherheitseinrichtungen an der Strecke harmonierten.

Der hinter der Nordwestbahn stehende französische Konzern Transdev, für den die Netzübernahme in Hannover und Umland – ein Auftragswert von 1,5 Milliarden Euro – ein Kraftakt sein wird, hofft, von solchen Kinderkrankheiten verschont zu bleiben. Die dreiteiligen Züge für die S-Bahn Hannover werden 68 Meter lang sein und über acht Einstiegstüren auf jeder Seite verfügen. Das soll einen schnellen Fahrgastwechsel ermöglichen. Der Innenraum ist stufenlos gestaltet. Wie gewohnt, ist die S-Bahn mit Toiletten ausgerüstet. 397 Menschen finden in dem komplett videoüberwachten Fahrgastbereich Platz, 180 davon auf Sitzen. Während der Fahrt können sie über das WLAN des Zuges im Internet surfen. Monitore im Einstiegsbereich informieren minutengenau über den weiteren Verlauf der Reise. Der große Mehrzweckbereich bietet Raum für Kinderwagen, Rollstühle, sperriges Gepäck und zwölf Fahrräder. Steckdosen ermöglichen das Laden von E-Bike-Akkus. Für die Kunden werde es „eine spürbare Qualitätsverbesserung des S-Bahn-Systems sein“, verspricht Tobias Heinemann, Sprecher der deutschen Transdev-Geschäftsführung. Stadler-Chef Thomas Ahlburg betont: „Wir freuen uns über den Auftrag und darüber, die angenehme und konstruktive Zusammenarbeit mit Transdev bei der S-Bahn Hannover fortsetzen zu können.“ Der Zuschlag bestätige, „dass der Flirt als individualisierbares Fahrzeug mit komfortabler Ausstattung, modernster Technik und einer hohen Laufruhe ideal für die Ansprüche aller Formen des regionalen Schienenpersonennahverkehrs ist“. Für das Zugpersonal bietet die Nordwestbahn einen Übergang vom derzeitigen Betreiber, der Deutschen Bahn, an.

Stadler mit Hauptsitz im ostschweizerischen Bussnang baut seit über 75 Jahren Züge und Lokomotiven. Das Unternehmen hat mehr als 7600 Mitarbeiter. Die Flirt-Triebwagen werden in Bussnang, in Berlin und im ungarischen Szolnok gefertigt. Dieses Fahrzeug ist Stadtlers Bestseller. Er hat sich nach Angaben des Produzenten bereits über 1600-mal verkauft und ist in 18 Staaten im Einsatz. Auch der schweizerische „Kiss“, der „Komfortable innovative spurtstarke S-Bahn-Zug, sei sehr gefragt: Er wurde annähernd 300-mal in 11 Ländern verkauft.



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