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Der Nabu greift durch: Wo Sandmagerrasen ist, können Birken nicht sein

Saufen, bis der Stumpf vertrocknet ist

Krankenhagen (rnk). Ein bisschen menschliche Nachhilfe, ein kleiner Schubser nur - dann gehorcht die fünf Meter hohe und angesägte Birke den Gesetzen der Schwerkraft und legt sich auf die Seite. Ein Baum weniger, Thomas Brandt und Bruno Scheel packen ihre Sägen und marschieren zur nächsten Birke.

Damit Asketen eineÜberlebenschance haben, müssen Vielvorkommen w

Die Bäume werden hier im Naturschutzgebiet oberhalb Krankenhagens gefällt, damit leben kann, was woanders selten bis gar nicht vorkommt: Zauneidechse und Heidegrashüpfer, aber auch der Habichtskräuter. Tier und Pflanze eint hier ihre Vorliebe für Sandmagerrasen, für Licht und Wärme. Und dabei stören die Bäume und werden daher gefällt. Doch nicht etwa so tief wie möglich, sondern alle in etwa einem Meter Höhe. Brandt erklärt, warum: "Dann säuft sich der Stumpf trocken und es gibt keine neuen Triebe." Und tatsächlich, aus dem Stumpf quillt Wasser, viel Wasser. Fast scheint es, als weine die Birke bittere Tränen über ihr frühes Ende. Scheel und Brandt sehen es so: Birken gibt es viele in Rinteln, Plätze mit Sandmagerrasen nur ganz wenige, daher sollen diese Plätze gefördert werden. Vor allem, wenn sie nahezu vollständig der Sonnenseite zugewandt sind wie hier in Krankenhagen. Die Pflanzen und Tiere, die hier leben, sind wahre Asketen und müssen als Hungerkünstler und Wassersparer und mit raffinierten Anpassungsstrategien den kargen Lebensbedingungen auf Sand trotzen. Für wärmeliebende Reptilien und Insekten, darunter seltene Heuschrecken-, Wildbienen- und Sandlaufkäferarten, sowie eine große Zahl konkurrenzschwacher Pflanzenarten bildet Sandmagerrasen den letzten Überlebensraum in der modernen Agrarlandschaft der heutigen Zeit. Und die Birkenstümpfe, die sich totsaufen? Sie bleiben so lange stehen, bis sie ganz vertrocknet sind, dann wird entschieden, ob sie mit Stumpf und Stiel gerodet werden. Eine Entscheidung wird im Einzelfall gefällt, denn in der Rinde finden wiederum viele Insekten ideale Lebensbedingungen vor.



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