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Santiano nimmt das Publikum mit auf große Kaperfahrt

4000 Fans feiern Förde-Fünfer in der ausverkauften Swiss Life Hall

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Nebelhorn, Sturmgeräusche und Möwengekreische deuten lautstark an, dass in der Swiss Life Hall gleich ein Schiff den Anker lichten wird – an Bord: vier gestandene Männer und drei Leichtmatrosen. Vor großer Segelkulisse singen sie in ihren Songs von Fernweh, Freiheit, Segelsetzen, Verabschiedung, Sehnsuchtsgefühle, aber auch über das gesellige Treiben in einer gemütlichen Runde.

Seit geraumer Zeit schippern Santiano und Begleitmannschaft auf einer Woge des Erfolges, überstehen mit einer Mischung aus Folk, Shanty und Seemanns-Pop jedes noch so schwere Unwetter. Björn Both, Pete Sage, Axel Stosberg, Andreas Fahnert und Hans-Timm Hinrichsen heißen die Jungs, die mit ihrem Liedergut immer für eine frische Brise in der Musiklandschaft sorgen. Gesundheitliche Gründe zwingen Andreas Fahnert allerdings dazu, zurzeit an Land zu bleiben – ihn vertritt an diesem Abend Dirk Schlag, der auch für Truck Stop in die Saiten greift.

Mit „Gott muss ein Seemann sein“ beginnt die abenteuerliche Kreuzfahrt durch die unterschiedlichsten musikalischen Genres. Mit kräftiger, derber Stimme unterstreicht Björn Both seine Rolle als Kapitän – er füttert auch mit kleinen Anekdoten aus der Seefahrerromantik die Landeier und sorgt stets für passende Überleitungen zu den Songs. Gesanglich unterstützt wird Both von den festen „Santiano“-Mitgliedern Pete Sage (Geige), Axel Stosberg (Percussion) und Hans-Timm Hinrichsen (Gitarre).

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  • Bei rockigen Stücken hängt sich Timm Hinrichsen auch schon mal die Gibson-Gitarre um. Texte und Konzertfotos: Lars Andersen

Dass die Mannschaft auch gerne mal in fremden Gewässern fischt, stört die Konzertbesucher nicht sonderlich, denn auch „500 Meilen“ (500 miles) und „Bis in alle Ewigkeit“ (All You Zombies), im Original von den Hooters, werden fachgerecht mit einem Seemannsknoten verschnürt. Schon beim dritten Song „Santiano“ hält es das Publikum nicht mehr auf ihren Plätzen – es wird geschunkelt, mitgesungen und auf den Gängen getanzt.

Björn Both unterstreicht, dass bei Santiano durchaus auch Frauen mit an Bord dürfen. Unter lautem Beifall holt der charmante Plauderer die Sängerin Synie Norland auf die Bühne, die barfuß, unter anderem „Gestrandet“ mit den Jungs performt.

Seit fast zwei Jahren befindet man sich auf hoher See, ihr Fanggebiet sind die deutschen Gewässer, die reichlich Beute bringen. Gleich ihr Debütalbum „Bis ans Ende der Welt“ wurde dreimal platinveredelt und auch ihr aktueller Longplayer „Mit den Gezeiten“ erreichte Platinstatus. Ausverkaufte Tourneen untermauern den grandiosen Erfolg von Santiano.

Die Musik des Fünfers ist generationsübergreifend – bei den Livekonzerten sitz Opa neben Azubi, Schlagerfreund neben Metal-Fan. Kein Wunder also, dass man beim Heavy Metal Open Air in Wacken durchaus auch mal die Headbanging-Generation zum Lauschen anregen konnte.

„Eins war uns bei der Bandgründung 2011 klar, wir wollten nicht von Krabbenfest zu Krabbenfest ziehen“, erklärte Björn Both einmal im Interview. Dass ihnen das bis heute erspart blieb, verdeutlicht ihr ausverkauftes Gastspiel in der Swiss Life Hall vor 4000 begeisterten Konzertbesuchern. Also Jungs: „Leinen los und weiter volle Fahrt voraus“.

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