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Säge fürs Schräge

Rolfshagen (who). Ein Fundstück kommt selten allein vor, besonders wenn der Besitzer ein passionierter Hobby-Handwerker ist. Deshalb stellen wir heute noch ein edles Teil aus dem Arsenal von Rüdiger Tlusti aus Rolfshagen vor.

Die Profi-Gehrungssäge aus Urgroßvaters Zeiten beziehungsweis Werkstatt kann sich wahrhaft sehen lassen. Auf der gusseisernen Anlage für die unzähligen Latten und Leisten, die sie im Laufe von Jahrzehnten bis heute geschnitten hat, steht deshalb in erhabenen Buchstaben deutlichst und mit dem damaligen Nationalstolz des Kaiserreichs geschrieben, dass es sich um eine „Deutsche Gehrungssäge“ Marke Ott handelt mit der Patentnummer 45111. Wenn wir den geschichtlichen Hintergrund betrachten, erklärt sich solches Geprange. Der Aufstieg des Deutschen Reiches vom Agrarstaat zur Industrienation war gerade in vollem Gange. Die von den besiegten und gedemütigten Nachbarn nach dem Deutsch-französischen Krieg erhobenen „Reparationszahlungen“ in enormer Höhe gaben der dem wirtschaftlichen Aufstieg Deutschlands gewaltigen Rückenwind. Unzählige Unternehmen schossen wie Pilze aus dem Boden, weshalb wir heute noch von der „Gründerzeit“ sprechen. Der Begriff von deutscher Wertarbeit kam auf und das weltweit geschätzte Markenzeichen „Made in Germany“. Dabei wurden unendlich viele Produkte, Geräte und Maschinen jedweder Art patentiert und brauchten auch noch keine fernöstlichen Kopier-Piraten zu scheuen.

In genau dieser Zeit ist die „Deutsche Gehrungssäge“ gefertigt worden von der Firma Ott. Die unvermeidliche Internet-Recherche ergab im Handumdrehen, es gibt eine Firma „Ott +HEUGEL GmbH“ in Ötisheim im Schwäbischen. Und bei der Langlebigkeit der Unternehmen aus dem Musterländle, dürfte man fast sicher sein, dort ist unsere deutsche Gehrungssäge einst in Handarbeit zusammengesetzt worden. Dafür spricht, dass der Name heute für einen der führenden Hersteller von Sägewerkzeugen aus Hochleistungsschnellstahl steht.




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