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Säen, ernten: ein interkultureller Garten für Bad Münder

BAD MÜNDER. Wurzeln schlagen und Wurzeln schlagen lassen. Heimisch werden. Ein Gartenprojekt engagierter Frauen soll die Integration von Flüchtlingen in Bad Münder begleiten.

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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

BAD MÜNDER.Der Ansatz, der Initiatorin Andrea Schäfer dabei wichtig ist: Eine Parzelle in einem Garten gibt denen, die darauf arbeiten und etwas wachsen lassen, die Möglichkeit, sich auf Augenhöhe zu begegnen.

„Gemeinsames Tun stellt Kommunikation auf eine andere Ebene der Verständigung“, stellt auch Martina Lachmann fest, die gemeinsam mit Sabine Scharnewski und Annette Thora Wurtmann Schäfer in dem Projekt unterstützen will. Die drei Frauen haben sich von ihrer Begeisterung anstecken lassen. „Ich habe überall von der Idee erzählt. Und die Reaktionen waren durchaus positiv“, sagt Schäfer. „Ein Projekt mit viel Charme“, lacht Scharnewski. Als Flüchtlingssozialarbeiterin der AIBM hat sie auch beruflich mit der Situation geflüchteter Menschen zu tun.

Der „interkulturelle Garten“, der angelegt werden soll, soll ein Ort der Begegnung und des gegenseitigen Lernens sein – für Menschen unterschiedlicher Kulturen, unterschiedlichen Alters, für Männer und Frauen. „Neben den in Bad Münder schon vorhandnen Einrichtungen wie Café, Fahrradwerkstatt und Frühstücksrunden bietet ein Garten den Teilnehmern die Möglichkeit, sich durch eigenes Handeln und Kreativität aus Isolation und Fremdheit herauszulösen“, haben die Initiatorinnen in einem Konzept notiert. Mit dem wollen sie sich um Fördergelder bemühen, denn klar ist bereits: Gerade für den Anschub des Gartenprojektes wird Geld benötigt.

Die wichtigste Hürde ist aktuell jedoch nicht genommen: Nachdem die Gruppe lange Zeit bereits geglaubt hatte, einen geeigneten Garten gefunden zu haben, hat sich diese Hoffnung zerschlagen. „Wir suchen also wieder. Dabei gibt es doch so viele schöne Gartengrundstücke, die allerdings so aussehen, als ob seit längerer Zeit nicht in ihnen gepflanzt oder geerntet wurde“, sagt Schäfer. Für das Projekt sollte der Garten mindesten 1200 Quadratmeter groß sein und die Möglichkeit bieten, Regenwasser zum Gießen zu sammeln oder eine Pumpe einzusetzen. Außerdem sei eine Hütte oder ein Gartenhaus wichtig – wenn es nicht vorhanden sei, müsse es errichtet werden dürfen. Schließlich soll im Garten auf einzelnen Parzellen etwas wachsen – und die Menschen sollen im Garten zusammenkommen können. Kinder sollen den Garten als Freiraum erleben und wichtige Erfahrungen in der Natur sammeln. Gemeinsame Feste und der Austausch sollen zum festen Bestandteil werden. Und letztlich soll auch das, was im Garten wächst, den Speisezettel bereichern und die Haushaltskasse dadurch entlasten.

Dass die Initiatorinnen für den Fortgang des Gartenprojektes Hilfe benötigen, ist ihnen klar. „Da werden auch handwerkliche Fähigkeiten benötigt. Einige Männer, die kräftig anpacken können“, sagt Schäfer. Dass die Arbeit im Garten für Flüchtlinge einem Tag eine Struktur geben kann, sei ein zusätzlicher Aspekt: „Zeit haben – zuviel Zeit zu haben – ist für viele Flüchtlinge ein Problem. Die Arbeit und das Zusammensein im Garten kann ein wichtiges Strukturelement sein“, so Lachmann.

Wer ein Gartengrundstück anbieten oder sich am Projekt beteiligen will, erreicht die Initiatorinnen unter 05042/4249 oder Sabine Schwarnewski im Büro der AIBM unter 05042/503440.

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