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Nabu führt durch die Bückeburger Niederung / Erläuterungen zur Vogelwelt

Saatkrähe, Zaunkönig und Kuckuck begrüßen die Vogelstimmenwanderer

Bückeburg (jp). Frühaufsteher waren gefragt bei der jüngsten Vogelstimmenwanderung des Naturschutzbundes. Um fünf Uhr früh konnte Hans-Dieter Lichtner, seines Zeichens Vogelkundler beim Nabu-Ortsverband Bückeburg, knapp 20 Bettflüchtlinge am Scheier Rethof begrüßen, um dort sowie in den umliegenden Feldern die heimische Vogelwelt zu belauschen. U nd die ist, wie der Ornithologe gleich zu Beginn seiner Erläuterungen ausführte, gerade in der Bückeburger Niederung ganz besonders zahlreich und artenreich vertreten: Weit über 100 verschieden Vogelarten seien in diesem wertvollen Gebiet zu finden, so Lichtner. In normalen Feldfluren seien es häufig gerade einmal die Hälfte.

Die unchristliche Uhrzeit, so Hans-Dieter Lichtner wie zur Entschuldigung an die Teilnehmer, sei nun einmal erforderlich, um möglichst ungestört durch von Menschen verursachten Lärm und andere Beeinträchtigungen ein Ohr auf die verschiedenen Vogelstimmen zu erhaschen. "Aber", setzte er als Kompliment mit einem süffisanten Grinsen hinzu, "dadurch kriegen wir zu einer solchen Wanderung eben auch die Elite der Leute." Schon der Rethof mit seinem Gehölz sei für die heimische Vogelwelt ein echtes Idyll, erläuterte der Nabu-Vogelkundler. Bemerkenswert sei beispielsweise die seit etwa acht Jahren hier ansässige Saatkrähenkolonie, für die Lichtner gleich einmal öffentlich eine Lanze brach: Dieser reine Pflanzenfresser unterscheide sich deutlich von der vor allem durch Jäger und Landwirte in die Diskussion geratenen allesfressenden Rabenkrähe. "Die Rabenkrähe plündert Nester, die Saatkrähe tut das nicht." Erstaunlich sei die Zunahme der früher einmal arg dezimierten Vogelart in den vergangenen Jahren, die sich die Wissenschaft bislang nicht erklären könne. "Möglicherweise ist die Saatkrähe ein Nutznießer des Klimawandels." Als ganz alter Bekannter erklang aus Gehölz am Rethof der Ruf des Kuckucks, den aber auch eine Besonderheit auszeichnet: "Fast jeder hat ihn schon einmal gehört, aber kaum einer schon einmal gesehen." Als recht gewöhnlicher Vogel gilt gemeinhin die Amsel, besitzt aber nichtsdestotrotz eine der schönsten und melodiösesten Stimmen in der heimischen Vogelwelt überhaupt. Ihr Gesang ist vor allem sehr variationsreich und kann sogar mit dem berühmten Gesang der Nachtigall verglichen werden. Dabei sei, so Hans-Dieter Lichtner, aber unbedingt zwischen Stadtamseln und Amseln in freier Natur zu unterscheiden. Die Stadtamseln seien echte Kulturfolger und hätten sich mittlerweile völlig anders entwickelt als ihre Artgenossen und Wald und Feld: "Amseln in der Stadt sind beispielsweise viel zutraulicher. Man kann hier schon fast von einer Artentrennung sprechen." Drittkleinster Vogel Europas, aber dennoch weit verbreitet und ebenfalls in der Bückeburger Niederung zu vernehmen, ist der Zaunkönig. Seine Stimme ist oftmals in Form eines harten "Tek, tek, tek" zu vernehmen. Ganz anders, nämlich eher nach "Tiehtieh" klingt der Ruf des Gartenbaumläufers. Der etwa 12 Zentimeter große Singvogel zeichnet sich ganz seinem Namen entsprechend dadurch aus, dass er in der Lage ist, Baumstämme senkrecht emporzulaufen.




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