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Stadtverwaltung will härter durchgreifen / Verdacht: Nicht alle Hunde angemeldet

Rund 200 Tonnen Hundekot pro Jahr: Jetzt droht Bußgeld für "Tretminen"

Rinteln (wm). Es ist ein unappetitliches Thema und ein tägliches Ärgernis: Hundekot in der Innenstadt, vor allem in der Fußgängerzone. Die beiden Mitarbeiter der Stadt, die täglich mit dem "Staubsauger" unterwegs sind, können ein Lied davon singen. Bei der Stadtverwaltung hat man inzwischen aufgelistet, welche Wege und Straßen zu wahren "Hundeausführalleen" degeneriert sind, wo es von "Tretminen" nur so wimmelt: An erster Stelle die Pomeranzengasse, die Wallanlage und der Blumenwall, dann der Verbindungsweg Dr.-Krukenberg-Straße zur Alten Todenmanner Straße, der Spielplatz am Josua-Stegmann-Wall, der Fußweg nördlich von Eichendorffweg und Mörikeweg, der Fußweg zwischen Ostcontrescarpe und Parkplatz sowie die Rosenbeete vor der Schule. Rund 200 Tonnen Hundekot kommen schätzungsweise im Jahr zusammen.

"Unzumutbar für Bauhof-Mitarbeiter", denen beim Mähen des öffentlichen Grüns der Hundekot um die Ohren fliegt oder die beim Pflanzen und Jäten da reingreifen, beklagt die Verwaltung. Besonders schlimm sei es, wenn Hundebesitzer nicht verhindern, dass ihre Tiere die Geschäfte auf Spielplätzen erledigen, wo Kinder spielen. Und die Bauhof-Mitarbeiter beobachten, wie selbst die eigentlich unzerstörbaren "VA-Stahl"-Einfassungen der Blumenbeete in der Fußgängerzone vom Hunde-Urin angegriffen werden. Außerdem zerstören die Hinterlassenschaften der Vierbeinen die Pflanzen selbst: Es wird immer wieder nachgepflanzt, deshalb falle es nicht auf - zahlen muss der Steuerzahler. Eigentlich, betonen Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz und Kämmerin Kornelia Budde in einem Pressegespräch, sollte man davon ausgehen, dass Hundehalter so rücksichtsvoll sind und ihre Tiere draußen in der Feldmark "Gassi führen". Passiere trotzdem in der Fußgängerzone das Malheur, gebe es dafür Hundekot-Tüten-Spender in Klosterstraße und Weserstraße. Die Tüten sind außerdem im Bürgerbüro der Stadtverwaltung erhältlich. Doch da alle Appelle an die Vernunft wenig helfen, will die Verwaltung künftig vermehrt von der Möglichkeit Gebrauch machen, gemäß Paragraf 9 der "Verordnung zur allgemeinen Gefahrenabwehr" ein Bußgeld gegen Hundebesitzer zu verhängen. Derzeit sind rund 1600 Hunde bei der Stadt registriert, tragen mithin eine Hundemarke. Doch in der Verwaltung hat man den Verdacht, dass keineswegs alle Hunde angemeldet sind - vor allem auf den Dörfern. Die Verwaltung hat daher alle Verwaltungsstellenleiter gebeten, genauer hinzusehen. Kornelia Budde erinnert daran, dass Hunde angemeldet werden müssen, die älter als drei Monate sind. Zurzeit beträgt die Hundesteuer für den ersten Hund 60 Euro, für den zweiten 120 Euro, jeden weiteren 180 Euro pro Jahr. Nach wie vor gibt es eine besondere Steuerklasse für "gefährliche Hunde", sogenannte Kampfhunde wie Bullterrier und Pitbulls, die 240 Euro im Jahr kosten. Rund 96 000 Euro nimmt die Stadt aus der Hundesteuer jährlich ein. Die Stadtkämmerin korrigiert aus diesem aktuellen Anlass auch ein weitverbreitetes Missverständnis: Mit der Hundesteuer seien keineswegs die Reinigungskosten für die Beseitigung des Hundekots abgegolten, wie Hundebesitzer immer argumentieren, wenn ihr Vierbeiner "in flagranti" erwischt wird. Die Hundesteuer sei vielmehr eine "Aufwandsteuer, mit der die in der Einkommens- und Vermögensverwendung zum Ausdruck kommende wirtschaftliche Leistungs- und Konsumfähigkeit getroffen werden soll". Die Hundesteuer knüpfe an das Halten eines Hundes an, wofür, so sieht es der Gesetzgeber, in der Regel Einkommen oder Vermögen verwendet werde. Würden die tatsächlichen täglichen (!) Reinigungskosten auf Hundehalter umgelegt, würde die Hundesteuer übrigens deutlich höher ausfallen.




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