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Stadtflitzer ab 12.890 Euro

Rubinroter Zoom-Zoomer - der neue Mazda2

Achtung, Tacheles: Die Ladekante des Gepäckraums befindet sich auf 71,5 Zentimetern Höhe. Den Designleitsatz „form follows function“ haben die Konstrukteure des neuen Mazda2 am Heck ignoriert, ihm lieber eine fließende Formgebung angedeihen lassen. Kleiner Makel am Flitzer mit großem Charakter. Nobody‘s perfect.

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Autor:

Jens F. Meyer

Was Farbe doch ausmacht. Während der aktuelle Mazda2, der gegenüber dem Vorgängermodell um immerhin 14 Zentimeter auf über vier Meter gestreckt wurde, in Diamantsilber-Metallic wie ein Schluck Wasser in der Kurve wirkt, nimmt er dieselbe Schleife im 750 Euro aufpreispflichtigen Rubinrot-Metallic sportlich-chic koloriert. Und selbstredend im KODO-Design, genau so in großen Lettern geschrieben. KODO ist das Credo der Mazda-Stylisten, und schon fliegen die Gedanken zurück in die Achtzigerjahre. „Codo der Dritte, aus der Sternenmitte, bin ich der Dritte von links“, säuselte ein Stimmchen der Neuen Deutschen Welle, aber sonst? Wer oder was zum Teufel ist KODO? Antwort von Mazda: „Das neue Konzept ’KODO – Soul of Motion‘ verleiht der ästhetischen Reinheit und dem aufregenden Design eine neue Qualität. Eine kraftvolle Karosserie mit einem starken Rückgrat. Ein eleganter Auftritt mit Charakterstärke.“ Da ist was dran. Die Karosserie ist um 22 Prozent steifer geworden; das Fahrzeug wirkt wie aus einem Guss. Deshalb: Fotoshooting vor herrschaftlicher Kulisse in Hessisch Oldendorf. Selbst bei Schloss Münchhausen oder Hämelschenburg wäre das kein Problem mit diesem Model(l).

Prime-Line. Exclusive-Line. Center-Line. Sports-Line. – Vier Ausstattungsvarianten gibt es, wovon Sports-Line zweifelsohne die beste ist, weil sie mehr technische Raffinessen eint, als nötig sind. Aber davon hängt ja Fahrfreude ab. Hübsches Detail: das Active Driving Display. Es ist das erste Head-up-Display im B-Segment. Kaum den Startknopf gedrückt, fährt im unteren Sichtfeld des Fahrers direkt auf dem Armaturenträger eine Art Spiegel aus, dunkel getönt und bereit, die wichtigsten Informationen direkt in Richtung Pupillen schimmern zu lassen. Science-Fiction; ein bisschen wirkt’s wie bei Star Trek. „Commander, Sie halten die Spur nicht.“ Huch!

Freilich mangelt es dem neu auf die Räder gestellten Modell mit Ausnahme der zu hohen Gepäckraumkantenhöhe nicht an Funktionalität. Muss auch, denn als Stadtflitzer hat der 2er nicht nur schön, sondern praktisch zu sein. Beachtliche 280 Liter ist das Gepäckraumvolumen groß, bei umgelegten Rücksitzen sogar 950 Liter. Passt. Im Fond haben auch Große für Kopf und Knie genügend Platz, auf Kurzstrecken sowieso. Passt. Und vorne sitzen Fahrer und Beifahrer im anschmiegsamen Gestühl und freuen sich über Raum, Zeit und intuitive Bedienung des Navigations- und Fahrzeugdatensystems dank Joystick in der Mittelkonsole. Passt, passt, passt! Die Ergonomie ist bemerkenswert, die hochwertige Verarbeitung eine Freude. Allein der Federungskomfort fühlt sich verbesserungswürdig an.

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Zoom-Zoom und ab dafür: Vier sparsame Skyactiv-G-Benziner (von 75 bis 115 PS, Kombi-Verbrauch laut Hersteller 4,5 bis 4,9 Liter pro 100 Kilometer, CO2-Ausstoß 105 bis 115 Gramm pro Kilometer) und ein Diesel-Aggregat (105 PS, 3,4l / 100 km, 89 g / km CO2-Ausstoß) stehen zur Wahl. Preis der Basisvariante: 12 890 Euro. Wer dem Mazda2 mehr als nur die Stadt zeigen will, ist gut beraten, wenigstens 90 Pferdestärken zu ordern, um rasanter aus den Pötten zu kommen. Mehr Freude kann die Polo-Corsa-Fiesta-Konkurrenz in dieser Klasse dann auch nicht vermitteln.

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