weather-image
30°
Das schreckt Investor ab: Abriss verboten

Rotte Immobilie steht unter Denkmalschutz

Stadthagen (gus). Das einstige Geschäftshaus der Firma Gardinen-Rott an der Niedernstraße ist seit 2004 zur Zwangsversteigerung eingetragen. Ende 2006 hat ein Investor Interesse angemeldet. Dieser wollte dort einen Komplex mit Seniorenwohnungen und Geschäften errichten - und vorher das alte Haus abreißen. Abreißen ist jedoch nicht erlaubt. Denn das Haus steht unter Denkmalschutz. Der Investor sprang vorläufig ab.

Vernagelt: Das Geschäftshaus mit kaputter Glasfront wird von Anl

Eigentlich ist nur eine Treppe in dem Haus schützenswert. Nach Auskunft der Unteren Denkmalschutzbehörde, in diesem Fall die Stadt Stadthagen, steht das gesamte Gebäude damit unter Denkmalschutz. Die Zwangsversteigerung ist nach Informationen des Amtsgerichts Stadthagen erfolglos geblieben. Derzeit sei kein weiterer Schritt in dieser Richtung geplant. Chance verpasst, eine Bauruine gegen einen modernen Gebäudekomplex und damit verbundene Gewerbesteuereinnahmen einzutauschen? Völlig unumstößlich ist dieser Automatismus nicht. Laut Denkmalschutzgesetz ist es der zuständigen Behörde überlassen, ein Gebäude aus dem Denkmalschutz herauszunehmen. Stadthagens Politiker könnten im Zuge des Innenstadt-Konzeptes zum Beispiel andere Interessen über diejenigen des Denkmalschutzes stellen. Etwa das Interesse, dort einen Komplex mit Seniorenwohnungen und Geschäften anstelle eines optischen Schandflecks anzusiedeln. Als solcher wird das Haus von umliegenden Gewerbetreibenden bezeichnet. Der mögliche Investor will der Stadt bis Ende des Jahres Zeit geben zu handeln. Sobald das Haus nicht mehr unter Denkmalschutz stehe, so der Unternehmer, wäre er bereit, den Abriss zu finanzieren und neu zu bauen. Baufälligkeit wäre ein weiterer Grund, das Haus aus dem Denkmalschutz herauszunehmen. Doch baufällig ist das Haus laut Bauamt Stadthagen nicht. Sollte es aber so weit kommen, bevor das Gebäude abgerissen ist, würde ein weiterer Gesetzesinhalt greifen. Die Untere Denkmalbehörde ist verpflichtet, die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Zur Not auch aus "eigener Tasche".

Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare