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Nabu bringt 350 heimische Sträucher unters Volk / Viele Informationen und wertvolle Tipps

Rotschwänze nisten im Durchlauferhitzer

Rehren (la). Die Naturschützer hatten ihren Stand auf dem Marktplatz noch nicht einmal fertig aufgebaut, als sie bereits von den ersten interessierten Auetalern angesprochen wurden. "Welche Kompostierungsart würden Sie mir empfehlen?" fragte Daniel Litschel, der mit seiner Familie im Neubaugebiet "Schäferhof" lebt. "Ichwill keinen Ärger mit meinen Nachbarn, daher muss der Kompost so angelegt werden, dass er niemanden stört", so Litschel. Bei den Mitgliedern des Naturschutzbundes bekam der Rehrener eine kompetente und freundliche Beratung.

Naturschützerin und Tierliebhaberin Gerda Sauer aus Poggenhagen

Gerda Sauer aus Poggenhagen will ihre Hecke verlängern und suchte sich dafür heimische Sträucher aus. "Die Haselnuss sollte neben der Kornelkirsche stehen, die man am besten als Gruppe pflanzt. Die Schneebälle und Pfaffenhütchen müssen immer zu zweit nebeneinander gesetzt werden", erklärte Rolf Wittmann. Vor dem Einpflanzen müssten die Wurzeln angeschnitten werden, damit sie sofort Wasser aufnehmen können." Über 350 heimische Sträucher hatte der Nabu bereit liegen. Neben den bereits genannten auch Weißdorn, Feldahorn, Hainbuche, Schwarzdorn, den gemeinen Hartriegel und mehr. Fast alle Sträucher fanden Abnehmer. Eine Spende von zwei Euro hatte der Nabu pro Pflanze erbeten. "Ich gebe etwas mehr, weil der Nabu eine gute Sache ist", sagte Gerda Sauer und zahlte für ihre zehn Sträucher 30 Euro. Auf den gewünschten Nistkasten muss die Naturfreundin allerdings noch etwas warten, denn die standen am Sonnabend noch nicht zur Verfügung. "Das ist jetzt ohnehin schon wieder zu spät", stellte Gerda Sauer lachend fest und erzählte eine spannende Geschichte. Im Vorjahr hatte sich ein Meisenpärchen in ihrem Durchlauferhitzer im Bad eingenistet. "Die sind von außen durch ein Rohr in den Durchlauferhitzer geflogen", berichtete Gerda Sauer. Nachdem der Nachwuchs geschlüpft war, blieb bei Familie Sauer das Wasser kalt. "Ich musste doch den Durchlauferhitzer ausschalten, damit sich die Meisen nicht in der kleinen Flamme verletzten", erzählte sie. Schließlich habe sie dem Meisennachwuchs noch drei Tage Zeit gegeben, um in ihrem Bad das Fliegen zu lernen. Die Eltern versorgten ihren Nachwuchs durch ein Fenster, das die Naturschützerin extra für sie geöffnet ließ. "Mein Bad sah in der Zeit wirklich schlimm aus, aber irgendwann flog die Meisenfamilie durch das geöffnete Fenster und war entschwunden", erinnert sich Gerda Sauer. Endlich konnte der Durchlauferhitzer wieder eingeschaltet werden und die Zeit des Wasserkochens auf der Herdplatte hatte ein Ende. Doch auch in diesem Jahr hat wieder ein Vogelpärchen den Durchlauferhitzer der Sauers als Nistplatz ausgewählt. Rotschwänze bauen dort gerade ihr Nest. "Auch die dürfen natürlich bei uns ihren Nachwuchs großziehen, und wenn es nötig ist, dann schalten wir den Durchlauferhitzer eben wieder aus. Schließlich mag ich Tiere sehr." Trotzdem will die Poggenhägerin jetzt einen Nistkasten aufhängen, um im nächsten Jahr vielleicht doch nicht auf heißes Wasser aus der Leitung verzichten zu müssen.

Daniel Litschel (r.) mit Tochter Pia lässt sich von Marc Jameson
  • Daniel Litschel (r.) mit Tochter Pia lässt sich von Marc Jameson die Kompostierung erläutern.
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