weather-image
27°
Rückenwind für Päpinghausen signalisiert

"Rosige Zukunft": Containerterminal wird ausgebaut

Minden/Bückeburg (bus). Die Mindener Hafen GmbH hat am Wochenende eine weitere Ausbaustufe ihres Containerterminals vorgestellt. Die Zusammenkunft von Betreibern, Verwaltungsfachleuten, Politikern und Vertretern der Wirtschaft prognostizierte der Logistik(Umschlags)branche eine glänzende Zukunft. Aus Schaumburger Blickwinkel interessant: Die einzig sichtbaren Planungsunterlagen der in einem Container (sic!) tagenden Herren betrafen die auf dieser Seite von Weser und Aue nicht allerorten mit übermäßigem Wohlwollen begleitete Errichtung eines zusätzlichen Terminals in der Gemarkung Päpinghausen.

Das in Minden unterderhand als "Regioport Weser" gehandelte Projekt wird der Region nach Einschätzung des Staatssekretärs Günter Kozlowski (Ministerium für Bauen und Verkehr in Nordrhein-Westfalen) "mehrere Hundert Arbeitsplätze" bescheren. "Die Logistikbranche schafft derzeit die meisten Jobs", sagte Kozlowski. Das rasant steigende Aufkommen lasse eine Verdoppelung der Umschläge innerhalb der nächsten sieben Jahre erwarten. In diesem Zusammenhang hätten "die Mindener sehr, sehr gute Chancen". Auf ihrem gegenwärtigen Areal hat die GmbH jüngst 2,6 Millionen Euro investiert, um den gestiegenen Anforderungen gerecht zu werden. "Und wir werden an diesem Standort noch mehr investieren", gab "Hafen-Chef" Hans Jürgen Hansch zu Protokoll. Derzeit fasse die Gesellschaft die Errichtung einer zusätzlichen Halle ins Auge, in der per Schiffscontainer angeliefertes Stückgut lastwagen- und bahntransporttauglich umgepackt werden kann, erläuterte der GmbH-Geschäftsführer. Darüber hinaus gelte es, die Wartezeiten der Spediteure in den Häfen zu verkürzen. Hansch: "Jede unnütz verplemperteMinute kostet bares Geld." Zudem plädierte der Geschäftsführer dafür, im Zuge des Schleusenneubaus - die Mindener Schachtschleuse soll bis 2012 an die größeren Handelsschiffe angepasst werden - auf der Weser zwischen Minden und Bremen die Fahrt dreistöckig beladener Wasserfahrzeuge zu ermöglichen. Was die Transportkapazitätgegenüber dem derzeitigen Stand um 50 Prozent erhöhen würde. "Hier kann mit wenig Aufwand ein großer Effekt erzielt werden", erklärte Wolfgang Weber vom Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr. Der Referatsleiter erläuterte, dass der Mindener Hafen auch im aktuellen(Stand: März 2007) Hafenkonzept Niedersachsens "mitverankert" sei. Die Veröffentlichung, die Bückeburg als "klassischer Binnenhafenstandort mit Drehscheibenfunktion" definiert, misst Schifffahrt und Häfen beim Zusammenführen der Aufgabenfelder "Mobilität" und "Nachhaltigkeit" einen hohen Stellenwert bei. "Auf lange Distanz sind See- und Binnenschifffahrt die Transportform mit der höchsten Energieeffizienz je Tonnenkilometer", heißt es in der Publikation. Die Verlagerung von Land- und Lufttransporten auf das Wasser führe zu einer verminderten Belastung der Umwelt. Während der Unterredung wurde deutlich, dass das in Päpinghausen geplante Terminal - Kozlowski: Eine konkrete Vision - von kolossalem politischen Rückenwind befördert wird. "Wir streben die schnellstmögliche Umsetzung an", unterstrich der Staatssekretär. Ministerialrat Weber sagte "planerischeund konzeptionelle Zusammenarbeit" zu. Und Hansch, der einen sehr zufriedenen Eindruck vermittelte, gab zu verstehen, die jenseits der Aue geäußerten Befürchtungen einer erheblichen zusätzlichen Verkehrsbelastung durchaus nachvollziehen zu können. Aber: "Selbstverständlich soll der Verkehr nicht durch die Ortschaften geführt werden." Das sehe er genauso wie die Beschwerdeführer.

Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare