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Vor Gericht: Drei Monate mit Bewährung, ein Jahr Führerscheinsperre und 150 Sozialstunden für Bückeburger

Rollerfahrer mit 2,68 Promille Restalkohol unterwegs

Bückeburg (ly). Normalerweise geht es beim sogenannten Restalkohol aus Sicht des Trinkers um die bange Frage, ob die 0,5-Promille-Grenze nochüber- oder schon wieder unterschritten ist. Ein Bückeburger bewegt sich in anderen Dimensionen. Mit einem Restalkoholwert von 2,68 Promille im Blut dürfte der 50-Jährige im Bereich des Schaumburger Negativ-Rekords gelegen haben, als Polizeibeamte ihn nachmittags mit seinem Motorroller aus dem Verkehr zogen.

Am Abend zuvor hatte er sich mit Nachbarn "anständig die Kante gegeben". Von mehreren Flaschen Schnaps, verteilt auf diese Runde, ist die Rede. Fairerweise sollte man erwähnen, dass der arbeitslose Handwerker sich am Mittag vor der Verkehrskontrolle, die gegen 16.40 Uhr erfolgte, noch einmal zwei Bier genehmigt haben will. Auf das Ergebnis der Blutprobe dürfte dies eher geringen Einfluss gehabt haben. Dabei liegt die Lösung so nahe: Wer Restalkohol hat, fährt einfach gar nicht. Der 50-Jährige wollte Zigaretten holen. Vor dem Amtsgericht folgte jetzt eine Zitterpartie, nachdem die Staatsanwaltschaft für den vorbestraften Angeklagten drei Monate Haft wegen fahrlässiger Trunkenheit im Straßenverkehr gefordert hatte. "Dann hätte ich alles verloren", klagte der Mann. Am Ende durfte er aufatmen: Richter Armin Böhm setzte die Vollstreckung der Strafe zur Bewährung aus. Hinzu kommen eine Führerscheinsperre von einem Jahr sowie 150 Stunden gemeinnütziger Arbeit. Zum Zeitpunkt der Trunkenheitsfahrt Anfang April stand der 50-Jährige, dessen Register 15 Eintragungen umfasst, in anderer Sache unter Bewährung. Das letzte Alkoholdelikt liegt allerdings schon länger zurück. "Sie haben ein Alkoholproblem und müssen sehen, dass sie das in den Griff kriegen", ermahnte Böhm den Angeklagten. Der erste Schritt ist getan: Seinen Roller hat der Bückeburger ("Das war mir eine Lehre") eigenen Angaben zufolge gleich nach der Tat verkauft. Zudem will er sich inärztliche Behandlung begeben haben. Dies erscheint auch nötig, denn am Abend des Besäufnisses dürfte der 50-Jährige nach einer groben Schätzung von Richter Böhm um die vier Promille gehabt haben. In Deutschland gilt die 0,5-Promille-Grenze. Darüber drohen Fahrverbote. Doch bereits wer mit mehr als 0,3 Promille erwischt wird und einen Unfall gebaut hat oder Ausfallerscheinungen wie Fahren in Schlangenlinien zeigt, wird als Straftäter eingestuft und muss in der Regel mit einer Entziehung der Fahrerlaubnis rechnen - schlimmer als ein Fahrverbot. Ab 1,6 Promille sowie in Wiederholungsfällen geht's zum sogenannten "Idiotentest". Junge Fahranfänger haben absolutes Alkoholverbot.




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