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Rolf Wittich übernimmt

Bad Münder. Wer A sagt, muss auch B sagen. In diesem Fall heißt das: Wer die Abwahl eines Fraktionsvorsitzenden anstrengt, sollte auch bereit sein, Verantwortung zu übernehmen. Rolf Wittich stellte sich gestern Abend dieser Verantwortung – und die SPD-Fraktion wählte ihn zum neuen Vorsitzenden.

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Die Wahl Wittichs fiel mehrheitlich, aber nicht einstimmig aus – alles andere hätte auch überrascht. Die Fraktion hatte sich in den vergangenen Monaten derart zerrissen präsentiert, dass selbst Mitglieder unter der Hand von unüberwindbaren Gegensätzen sprechen. Auch Wittichs Abwahlantrag gegen den ehemaligen Fraktionschef Heinrich Söfjer, der am vergangenen Freitag das Feld räumte, deutete in diese Richtung. Sieben Mitglieder versammelte Wittich vor sechs Wochen hinter seinem Antrag, fünf schlossen sich nicht an. Der Ansatz, mit dem der Bakeder Ortsbürgermeister Wittich daher in sein neues Amt einsteigt: Ruhe in die Fraktion bringen, die Aufgaben auf mehrere Schultern verteilen.

Er machte aber auch deutlich, dass kein anderes Mitglied der Fraktion zur Kandidatur bereit war. „Sonst hätte ich es nicht gemacht.“ Erfahrung in der Führung der Fraktion hat er: Von 2006 bis 2011 stand er bereits der Fraktion vor, zog sich dann aber zurück.

Ihm zur Seite stehen als stellvertretende Vorsitzende Karl-Wilhelm Baule, Ortsbürgermeister aus Nienstedt, und Detlef Olejniczak, Ortsbürgermeister aus Flegessen. Während Baule den Stellvertreterposten fortführt, steigt Olejniczak für den gestern ausgestiegenen Uwe-Peter Keil ein. Der wolle sich, so die Mitteilung an die Genossen, künftig stärker auf seine Posten als stellvertretender Bürgermeister und Planungsausschuss-Vorsitzender konzentrieren. Deutlich wurde in den vergangenen Wochen aber auch, dass sich Keil massiv über das Agieren einzelner Akteure innerhalb der Fraktion ärgerte. Gestern fehlte er krankheitsbedingt, wie auch weitere Fraktionsmitglieder. Aus diesem Grund wurde auch der dritte Stellvertreterposten, den die Geschäftsordnung der Fraktion vorsieht, nicht vergeben. Nach Möglichkeit soll er mit einem Fraktionsmitglied aus der Kernstadt besetzt werden, um auch diesen Bereich im Vorstand vertreten zu wissen – allerdings war die Auswahl der Kernstadt-Vertreter gestern Abend sehr gering.

Vorrangiges Ziel der Fraktion müsse es sein, so Wittich kurz nach seiner Wahl, mit den Bürgern stärker in einen Kommunikationsprozess einzutreten. „Sie müssen wissen, was wir machen. Wir müssen wissen, was passiert, müssen das Ohr am Getriebe haben“, so Wittich.jhr

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