weather-image
22°

Rohre platzen wie Bockwürste

Nettelrede. „Die Rohre sind geplatzt wie eine Bockwurst“, fasst Olaf Cassens vom Wasserversorger Purena die Situation in Nettelrede für Laien verständlich zusammen. Der Leiter des für Bad Münder zuständigen Netzgebietes West hat sich gestern mit seinem Kollegen Andreas Tschöpe die Lage vor Ort noch einmal angeschaut. Nach Wartungsarbeiten am Montagmorgen im Bereich Echternfeld wurden reihenweise geplatzte Leitungen gemeldet. Die gute Nachricht vorweg: Die Kunden haben alle wieder Wasser – wenn auch bei einigen erst mal über ein Provisorium.

270_008_7079265_lkbm_rohrbruch.jpg

„Insgesamt waren 25 Haushalte betroffen“, erklärt Tschöpe, der das Rohnetz in diesem Bereich betreut. Von der Kreis- über die Temps- bis zur August-Katz-Straße wurden seit Anfang der Woche geplatzte Rohre an fünf Stellen repariert. Die alten Asbestzementrohre, die aus den 50er und 60er Jahren stammen, wurden gegen Kunststoffrohre ausgetauscht. „Die alten Rohre müssten eigentlich einem Druck von zehn Bar standhalten“, erklärt Cassens, „haben sie bei den Routinearbeiten jedoch nicht, wie Materialproben eindeutig ergeben haben“. Bis Mittwochmorgen seien dann weitere Probleme in der Wasserversorgung von Anwohnern gemeldet worden. „Das ist in einer solchen Ballung sehr ungewöhnlich“, so Cassens. Das habe er so noch nie erlebt. Der letzte Rohrbruch liege mehr als zwei Jahre zurück. Eine wahrscheinliche Erklärung sei, dass die Rohre dem anders verteilten hydraulischen Druck bei den Wartungsarbeiten nicht mehr standgehalten haben.

Purena hat schnell reagiert und einen Aktionsplan aufgestellt. Mehrere Firmen wurden mit den Arbeiten beauftragt und die Anwohner mit Wassergallonen versorgt, damit sie über Trinkwasser verfügen. „Einem betroffenen Bauerhof haben wir einen zwei Kubikmeter großen Edelstahltank für die Notversorgung der Schweine bereitgestellt“, erklärt Tschöpe die angelaufenen „Erste-Hilfe-Maßnahmen“. Mehrer Stunden waren die Betroffenen ohne fließend Wasser.

Die beauftragten Baufirmen, insgesamt vier Kolonnen, haben die alten Rohre ausgetauscht und in einigen Fällen in der Kreisstraße Provisorien zu den Hausanschlüssen hergestellt. „Ein solches Aufgebot war schwierig zu koordinieren“, sagt Tschöpe, „so musste beispielsweise die Tempsstraße gesperrt werden“. Weil man die Straße einmal aufgerissen habe, sei jetzt die richtige Gelegenheit, um die Hausanschlüsse zu überprüfen und gegebenenfalls gleich mit zu machen, erklärt der Fachmann. Die Arbeiten werden noch zwei bis drei Wochen in Anspruch nehmen, die Oberflächenherstellung der Straße werde in Abstimmung mit der Stadt erfolgen.

Purena plant für den Sommer Baumaßnahmen, um weitere Schäden zu verhindern. Die Arbeiten sollen vier bis sechs Monaten dauern. Wenn feststeht, welche Bereiche – betroffen ist eine Netzlänge von drei Kilometern – zuerst in Angriff genommen werden, sollen die Anwohner informiert werden. Man sei gerade dabei, eine Prioritätenliste zu erstellen.col



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt