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Klinikchef Dr. Achim Rogge sieht durch Krankenhaus-Fusion Einsparungen in Verwaltung

Rogge:Wir werden Personalabbau haben

Landkreis. Warum der langjährige Geschäftsführer der Krankenhausprojektgesellschaft, Claus Eppmann, den Schaumburger Kliniken den Rücken gekehrt hat, vermag der neue Sprecher der Geschäftsführung, Dr. Achim Rogge, nicht zu beurteilen.

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Er, Rogge, sei ursprünglich davon ausgegangen, dass er neben Eppmann, Bettina Geißler-Nielsen und Diana Fortmann als viertes Mitglied der Geschäftsführung bei der Krankenhausprojektgesellschaft tätig wird, sagte er im Gespräch mit unserer Zeitung. Aber es sollte anders kommen.

Wie berichtet ist der Vertrag mit Claus Eppmann mit Wirkung zum 30. September aufgelöst worden. Eppmann, der insbesondere für die Planungen des neuen Gesamtklinikums in Vehlen verantwortlich war, hinterlässt dem promovierten Mediziner und Krankenhausbetriebswirt Rogge eine Großbaustelle – allerdings eine, die bereits in vielen Details durchgeplant ist. Es muss eben nur noch gebaut werden.

Das wird es ja jetzt; auch Rogge rechnet nach derzeitigem Stand mit einer Übergabe des neuen Gesamtklinikums zum Ende des Jahres 2016.

Wie der Krankenhauschef ausführte, steht fortan die „medizinische Ergebnisqualität im Zentrum“ seiner Arbeit. Eines seiner Grundprinzipien sei es, die Zergliederung aufzulösen, die sich über Jahre hinweg in den drei Schaumburger Krankenhäusern entwickelt habe. Das heißt: Es wird nicht mehr überall das Komplettangebot an medizinischer Versorgung geben. Stattdessen werden spezialisierte Fachbereiche an den einzelnen Standorten in Rinteln, Bückeburg und Stadthagen geschaffen. In Rinteln ist der Anfang gemacht worden: Dort sollen geriatrische Behandlungen und die Gelenkchirurgie im Mittelpunkt stehen. Ab Januar kommt die Abteilung Neurologie hinzu.

Und auch im Krankenhaus Stadthagen, so kündigt Rogge an, werden Schwerpunkte geschaffen. Die Kardiologie und die Gastroenterologie – bislang auch in Bückeburg angeboten – werden in Zukunft gänzlich in der Kreisstadt vorzufinden sein. Auch das Krankenhaus Bethel in Bückeburg solle in Zukunft spezialisierte Abteilungen erhalten. Welche das sein werden, wollte Rogge angesichts laufender Gespräche noch nicht öffentlich kundtun.

Immerhin, Rogge hat damit ehrgeizige Ziele. Während seine Vorgänger jährlich rund 22 000 Behandlungen im neuen Gesamtklinikum in die Planungen einbezogen, um einen wirtschaftlichen Betrieb zu ermöglichen, will Rogge die Patientenzahl auf etwa 25 000 pro Jahr steigern. Derzeit liegt diese sogenannte Fallzahl in den drei einzelnen Krankenhäusern bei knapp 20 000. Rogge hält seine angepeilte Zahl aber für realistisch. Gut 8000 Behandlungen von Schaumburger Patienten würden außerhalb des Landkreises, etwa in Minden oder Hameln, vorgenommen, begründet er dies. Darin liege Potenzial.

Angesprochen auf die Entwicklung der Mitarbeiterzahlen gibt sich der sonst so offene Geschäftsführer indes erstaunlich verschlossen: Er wisse noch nicht, wie viele Mitarbeiter das fusionierte Klinikum haben wird.

Rogge will zum jetzigen Zeitpunkt jedenfalls keine Aussage zum Personalbestand machen: „Ich sage weder, was war, noch, was kommt.“ Fest steht hingegen – und das sagt Rogge deutlich: „Wir werden uns konsolidieren müssen, und wir werden auch einen Personalabbau haben.“

Durch den Zusammenschluss der drei Schaumburger Krankenhäuser zum Gesamtklinikum werde es beispielsweise nur noch eine Verwaltung geben. Gleiches treffe auf den Bereich der Küche zu. Betriebsbedingte Kündigungen aber schließt auch der neue Geschäftsführer aus.

Rogge hat angekündigt, sich zu gegebener Zeit zu den Personalfragen öffentlich zu äußern. In dieser Frage bedarf es unter anderem auch der Abstimmung mit dem Landkreis Schaumburg und Landrat Jörg Farr. Die Krankenhäuser in Rinteln und Stadthagen sind noch in kommunaler Trägerschaft, die Angestellten in Pflege und Verwaltung bisweilen noch Angestellte des Landkreises.



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