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1500 Fans feiern Dick Brave & The Backbeats

Rockabilly-Welle schwappt über

Da bastelt sich ein Dortmunder Junge mal eben einen kanadischen Lebenslauf und versetzt Germany 2004 mit einer gekonnten Mischung aus den 50er Jahren, Classic Rock & Pop und modernen eigenen Songs in ein bis dato noch nie da gewesenes Retro-Fieber. Dass es sich hier um den Popstar Sasha handelt, wurde lange Zeit nicht bekannt gegeben. Was damals wie ein Partygag oder eine Bandprobe losgetreten wurde, entpuppte sich wenig später als Riesenerfolg - das Albumdebüt „Dick This“ erreichte Platz 1 der deutschen Charts.

Mussten die Fans vor zwei Wochen beim Sean Paul-Konzert noch kurzfristig vom Parkbühnen-Gelände in die benachbarte AWD-Hall ausweichen, sorgte diesmal Dick Brave & Co mit einer energiegeladenen Show für den lange herbei gesehnten Open-Air-Start 2012. Los ging’s mit dem Jerry-Lee-Lewis-Cover „High School Confidential“, der die Akteure gleich auf den Fitness-Prüfstand bringt. Dick und seine Jungs schonen sich und ihre Instrumente wahrlich nicht – so bearbeitet „der Mann am Klavier“ sein Instrument wie Jerry Lee Lewis in seinen besten Tagen, während Felix Wiegand mit seinem Kontrabass auf Entdeckungstour geht. Es wirkt ein bisschen albern, wenn Mr. Brave seine Titel in wackligem Deutsch ansagt und auch mit der Fangemeinde überwiegend in englischer Sprache kommuniziert – inzwischen weiß aber jeder, dass dieses zum Teil unverständliche Gemisch aus mehreren Sprachen genauso zu einer Dick-Brave-Show gehört, wie die Schmalztolle und das Holzfällerhemd des 40-Jährigen. Das Sasha-Double stimmt Adeles „Rolling In The Deep“ an, um wenig später Maik Schotts Piano auf seine Tragfähigkeit zu prüfen – ein erstklassischer Handstand zeigt, dass Dick in den kanadischen Wäldern nichts verlernt hat, denn der Sänger galt von 2004 bis Ende 2011 dort als verschollen. Bedingt durch einen schweren Flugzeugabsturz litt er unter einer „Rock’n’ Roll“-Amnesie, gilt aber nach einer „Rock’n’Roll“-Therapie als geheilt und kehrt jetzt wieder auf die Bühnen Deutschlands zurück. „Come On, Since My Baby Parted, Come On I Can’t Get Started, Come On“ – bei Chuck Berrys „Come On“ taut das Publikum auf, singt den Klassiker lautstark mit. Vor der Parkbühne wird getanzt und Luftgitarre gespielt – Rockabilly ist eben eine Partydroge der besonderen Art. Die Band läuft bei „American Idiot“ zur Höchstform auf – Gitarrist André Tolba reibt die Saiten seiner Gretsch-Gitarre an einem Bühnen-Stahlträger, während Wiegand seinen Bass durch die Luft wirbelt. Nachdem Gitarrist Tolba noch kurz ein Bad in der Menge genießt, rüstet sich der Rest zum Showdown – jeder darf mal trommeln, auf die Tasten hauen und die berühmte Zeile „Great Balls Of Fire“ ins Mikro schmettern – Yeah, das ist Rockabilly vom Feinsten.




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