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"Wiesengrund": Auch der Nabu ist nicht glücklich mit dem Baumbestand an den Teichufern

Robinien und Platanen werden ausgelichtet

Krainhagen (rnk). Dass die Bäume am Wiesengrund einst nicht ganz glücklich ausgewählt wurden, das will auch der Naturschutzbund nicht leugnen. 15 Robinien und etwa ebenso viele ahornblättrige Platanen, die die Straße säumen, verärgern vor allem die Anwohner. Jetzt hat der Ortsrat ein kleines Gutachten des Naturschutzbundes erhalten und beschlossen, bei der Sanierung des Wasserparks die Baumreihen stark zu lichten. Die Anwohner hatten sei längerer Zeit massiv über die Blätterflut geklagt.

Keine Einwände hat der Nabu, wenn hier die Reihen gelichtet werd

Gut ein halbes Dutzend Zuhörer waren bei der letzten Sitzung des Ortsrates erscheinen, um sich über den Beschluss in Sachen Bäume zu informieren - und mussten unverrichteter Dinge wieder nach Hause gehen, weil das Gremium das Thema im nicht-öffentlichen Teil beraten wollte. Die Grundlage dafür boten die zwei Din-A-4-Seiten, die Leonhard Hielscher erstellt hatte. Der Nabu-Vorstandssprecher ließ durchblicken, dass bei der Anpflanzung damals durchaus Sachverstand im Spiel war: Die Robinie stelle keine hohen Ansprüche an den Standort und helfe mit ihrem mächtigen Wurzelwerk, steile Hänge zu festigen. Die im unteren Bereich stehenden Robinien erscheinen etwas zu dicht gepflanzt, meint Hielscher: "Da die Bäume nun langsam in das erwachsene Stadium übergehen, merkt man, dass ein ausgewachsener Baum doch erheblichen Raum benötigt, zumal Robinien über 25 Meter hoch werden können." Das Beschneiden von Robinien empfiehlt er nicht: Der Baum verträgt dies nicht. Noch stattlicher als die Robinie wird sogar die ahornblättrige Platane. Sie passe daher nicht gut in die dichte Wohnbebauung und auch nicht an die Ufer von kleinen Teichen. Auch sie sollten besser nicht beschnitten werden: An den Schnittstellen fault leicht das Holz aus, so dass die dort wachsenden Äste öfter gekappt werden müssen, weil sie sonst auseinanderbrechen. Außerdem könne das mächtige Wurzelwerk bei zu geringem Abstand leicht Fußwege oder Straßen schädigen. Insgesamt, so Hielscher, erscheine die Bepflanzung doch sehrüppig, vor allem, wenn man von einer Weiterentwicklung über die nächsten 20 bis 30 Jahre ausgehe, in denen die Bäume "richtig" erwachsen würden. Stärkerer Laub-. und Samenfall und zunehmende Beschattung werde sich über die Jahre "wahrscheinlich" negativ auf die Wasserqualität in den relativkleinen Teichen auswirken; zumal die Teichufer ja auch mit natürlichem Baumbestand gesäumt sind. Abmildern könne dies zwar der Durchfluss der Bombeeke, doch trockne diese in niederschlagsarmen Sommern manchmal fast aus. Und: "Die Verschlammung der Teiche wird durch das größer Laub- und Samenaufkommen verstärkt." Auch das von der Jugendfeuerwehr angelegte Kleinbiotop könne negativ beeinflusst werden. Hielscher empfiehlt Kornelkirsche Weißdorn oder Salweide zu pflanzen - alles gut geeignete Gehölze, denn sie werden nicht so mächtig und können gut beschnitten und auf den Stock gesetzt werden. Auch Eberesche oder Haselnuss wären Alternativen.



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