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Robbie-Mania lockt 46 000 Fans in die HDI-Arena

„Right Place, Right Time“ heißt das aktuelle Album von Olly Murs, mit dem er als Support-Act auf Robbie Williams aktueller „Take The Crown“-Tour unterwegs ist. 2009 bewarb er sich für die sechste Staffel der Castingshow „The X Factor“ und belegte hinter dem Sieger Joe McElderry den zweiten Platz. Jetzt performt der 27-jährige britische Popsänger in der Königsklasse – durch 14 Länder führt ihn seine Tour mit Williams – sein Bekanntheitsgrad dürfte dabei rapide steigen. Der Mann mit dem schwarzen Hut und den dunkelroten Hosenträgern spielt an diesem Abend lockeren Pop, der sich gut verkauft. „Troublemaker“, „Dear Darling“, „Let’s Groove“, „September“, „Boogie Wonderland“, zum Schluss mit „Heart Skips The Beat“ noch eine seiner bekanntesten Nummern – die Massen jubeln, Mission als „Anheizer“, wenn man dieses Wort bei gefühlten 30 Grad Celsius benutzen darf, mehr als erfüllt.

Der Prinz verlässt die Bühne, der König mit seinem Gefolge hält Einzug. Das überlebensgroße goldene Relief von Robbie Williams über der Bühne lässt bereits im Vorfeld erahnen, dass sich hier gleich etwas ganz Großes abspielen wird. „Take The Crown“ heißt das Tourmotto – das gezackte Etwas hat er sich schon seit Jahren geschnappt – Robbie Williams ist zurzeit der König des Pop. Dass es in den USA nicht ganz so gut läuft, stört den 39-jährigen Entertainer nicht mehr sonderlich, zu übermächtig ist sein Erfolg in Europa.

Robbie steht in den Startlöchern, die Selbstinszenierung des „King Of Pop“ nimmt seinen Lauf. Nicht wie erwartet an einem Seilzug kommt Robbie auf die Bühne geschwebt, sondern lässig schlendernd von der Seite. „Brav“ stellt er sich noch einmal seinen Gästen vor: „I’m Robbie Fucking Williams“ – und der trägt an diesem Abend einen schwarzen Frack, der über und über mit Glitzersteinen besetzt ist.

„Let Me Entertain You“ dröhnt es aus den Boxen – dass er sein Geschäft von der Pike auf gelernt hat, stellt der Brite in seiner 100-minütigen Mega-Show immer wieder unter Beweis. Mit Gehstock und Mikroständer hypnotisiert der Massendompteur seine Fans, lässt sie kreischen, tanzen, schunkeln und manchmal voller Ehrfurcht erstarren. Bei „Monsoon“ fallen bunte Luftschlangen vom Himmel , während bei „Not Like The Others“ aus einer riesigen Robbie-Büste farbige Luftballons in den Himmel schweben. Murs darf auch noch einmal ran – zusammen mit seinem Kumpel Robbie singt er „Kids“, liefert sich dabei ein Gehstock-Duell mit seinem Förderer.

Feuerfontänen schießen aus der überdimensionalen Robbie-Büste, als der Entertainer „Sin Sin Sin“ anstimmt und dabei immer wieder sein T-Shirt hochzieht. Die Show nimmt Fahrt auf – insbesondere die weiblichen Fans befinden sich zu dieser Zeit bereits in einem leichten Trance-Zustand. Drei Background-Sängerinnen und ein Gitarrist begleiten den Sänger auf einer kleinen fahrbaren Bühne, performen „Come Undone“ und müssen sich in Sicherheit bringen, als sich die Robbie-Büste als Wasserwerfer entpuppt – eine willkommene Erfrischung für ein paar Dutzend Fans.

„Everything Changes“ – zumindest für Sandra, die bei diesem Song Robbie auf der Bühne begleiten darf. Face to face mit ihrem Idol – und 46 000 schauen zu. Danach singt er nur für sie „Strong“ – was für ein Augenblick für die Berlinerin.

Kurze Pause - der mehrfache Echo-Gewinner streift sich ein goldenes Glitzer-Jacket über und weiter geht’s mit „Be A Boy“ und „Millennium“. „Me And My Monkey“ oder besser „Me And My Büstenhalter“ erklingt – der Mann mit dem Lausbubengesicht genießt noch immer die eindeutigen Liebesgaben seiner Fangemeinde und hängt sich den roten BH eines weiblichen Fans über den Kopf. Und noch einmal eine Robbie-Büste. Diesmal fährt ein gigantischer Gipskopf des Künstlers auf die Bühne – im aufgerissenen Mund sitzt Robbie mit rotem Sakko und singt „Feel“. Hannover „feelt“ mit ihm, Feuerzeuge und Handys werden in die Höhe gehalten, die Arena versinkt im Lichtermeer – mehr Robbie geht nicht. Das finden auch Promis wie 96-Präsident Martin Kind, Mirko Slomka, Carsten Maschmeyer, Dolly Buster und die 96-Spieler Jan Schlaudraff und Lars Stindl, die im VIP-Bereich der HDI-Arena begeistert das Konzert des Top-Entertainers genießen.

„She’s The One“ ist kurz vor dem eher ruhigen Finale die 10-jährige Noelle, die von Robbie für diesen Song auf die Bühne geholt wird – danach die Ballade „Angels“. Über der Bühne geht ein Feuerwerk in die Luft – Woh, bei Williams geht immer noch etwas. Mr. Williams legt noch einen drauf und singt „Angels“ in einer a Capella–Version – oder besser gesagt seine Fangemeinde singt lautstark einen seiner größten Hits. Das ist selbst für den Briten zuviel – ja Robbie, deine Tränchen haben wir alle gesehen – und das ist auch ok. It’s over now, die Pop-Krone darf Robbie auch weiterhin aufbehalten – Ehre, wem Ehre gebührt.

Die befürchteten Probleme mit den personalisierten Karten blieben aus – wer keinen Ausweis dabei hatte oder eine Karte mit einem fremden Namen vorgezeigt hatte, wurde von den Kontrolleuren an die „Troubleshooting“-Stelle verwiesen, die letztendlich alle Konzertbesucher nach Klärung zufrieden ins Stadion ließen.

ñ Noch sitzt die Frisur, noch läuft der Schweiß nicht in Strömen – Robbie Williams bei „Monsoon“.

ð Robbie flirtet mit einem Fan, genießt das Bad in der Menge.




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