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Vor Gericht: Männer sollen Methadon und 100 Euro geklaut haben / Raubprozess wird vor Berufungskammer fortgesetzt

Rintelner (42) in seiner Wohnung brutalüberfallen?

Rinteln/Bückeburg (maf). Vom Rintelner Amtsgericht wegen Raubes und gefährlicher Körperverletzung zu Freiheitsstrafen verurteilt, wird der Prozess gegen zwei 27-jährige Rintelner nun vor der Berufungskammer des Landgerichts Bückeburg neu aufgerollt.

Die aus Kasachstan stammenden Männer sollen einen Bekannten (42) in dessen Wohnung überfallen und dort die persönliche Methadonration des Opfers und 100 Euro Bargeld entwendet haben. Bei der Tat in der Silvesternacht zum Jahr 2007 soll der Geschädigte unter anderem geschlagen und getreten worden sein, wobei er erhebliche Kopfverletzungen erlitt. In erster Instanz verurteilte das Rintelner Schöffengericht vor einem halben Jahr einen der Angeklagten zu einer Bewährungsstrafe von 19 Monaten, den anderen schickte es für zwei Jahre hinter Gitter. Gegen diese Entscheidung legten die beiden Verurteilten Rechtsmittel ein, auch die Staatsanwaltschaft ging gegen einen der Angeklagten in die Berufung. In der Neuauflage des Prozesses unter Vorsitz von Richter Peter Rohde bestritten die Männer erneut die Vorwürfe. Sie behaupteten, den Jahreswechsel in einer benachbarten Straße auf einer Familienfeier verbracht zu haben. Eine vereidigte Alibi-Zeugin bestätigte diese Aussagen. Nach ihrer Einlassung hatten die beiden draußen Silvesterraketen angezündet und sich auf keinen Fall länger als 15 Minuten von der Straße entfernt. Dagegen war sich das Opfer absolut sicher, dass die Angeklagtenüber ihn hergefallen waren. Der heute 42-Jährige war am Silvesterabend 2006 allein in seiner Wohnung in der Nordstadt. Seine Darstellung der Nacht: Als es kurz nach Mitternacht zum ersten Mal an seiner Tür klingelte, öffnete er und ließ einen der 27-Jährigen herein. Der Besucher blieb nur wenige Minuten, kehrte aber wenig später mit dem zweiten Angeklagten zurück. Einer der Männer, so das Opfer weiter, stieß die Tür auf, der andere versetzte ihm sofort einen Faustschlag ins Gesicht. Die Rintelner drangen dann in die Wohnung ein, wollten Drogen, die der Mann aber gar nicht hatte. Anschließend wurde er zu Boden gezogen. Ein Täter kniete sich gegen seinen Kehlkopf, der andere trat mehrfach zu. Nach Einschätzung eines medizinischen Sachverständigen war diese Gewaltanwendung "potenziell lebensbedrohlich". Das Opfer wurde kurz bewusstlos und zog sich unter anderem eine Schädelprellung sowie eine Platzwunde an der linken Schläfe zu. Später stellte sich zudem heraus, dass in seinem Kühlschrank Methadon und in der Küche 100 Euro Bargeld fehlten. Entgegen der Einlassung der Alibi-Zeugin und der Aussagen der Angeklagten hatte ein Nachbar des Opfers einen der beiden durch den Türspion erkannt. Zusätzlich hatte eine Frau die Stimme dieses Täters im Hausflur gehört. Der Prozess wird am 28. Oktober fortgesetzt.




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