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Eröffnung vor 150 Jahren: Über 200 Besucher kommen zur Gedenkveranstaltung

Restaurierung der Stadthäger Synagoge greifbar

Stadthagen/Landkreis (jl). Das "Erinnerungsprojekt Stadthagen" hat offenkundig eine große mobilisierende Wirkung. So haben am Montagabend deutlich mehr als 200 Menschen an der Gedenkfeier zur Eröffnung der Stadthäger Synagoge vor 150 Jahren teilgenommen. Der künftige Knotenpunkt des Gedenkens an die Schaumburger NS-Opfer steht alsbald für die Restaurierung bereit. Mit dieser Nachricht wartete Bürgermeister Bernd Hellmann auf.

Er habe mit vielen Besuchern gerechnet, aber nicht mit so vielen, räumte der Gastgeber der Gedenkveranstaltung, Oberprediger Klaus Pönnighaus, auf Nachfrage ein. Exakt am 150. Jahrestag der Synagogen-Eröffnung begrüßte Pönnighaus fast 250 Menschen in St. Martini. Gekommen waren sie letztlich auf Initiative des Arbeitskreises "Juden in Stadthagen". Dessen Sprecher Jürgen Lingner hat schon in früheren Jahren als stellvertretender Chef der Volkshochschule Schaumburg - und offenkundig noch intensiver in der jüngsten Vergangenheit - die Geschichte des Sakralbaus erforscht. Lingner legte unter anderem dar, dass das nur neun mal elf Meter Grundfläche messende Gebäude außen bis 1945 ganz anders ausgesehen hat. Laut Bürgermeister Bernd Hellmann steht der Abschluss eines langfristigen Pachtvertrages mit dem Gebäudeeigentümer der Adresse Niedernstraße 19 unmittelbar bevor. Hellmann appellierte an alle, die in irgendeiner Form Interesse hätten, an dem Gedenkprojekt mitzuarbeiten, sich zu melden. Ziel sei die Gründung eines Fördervereins. Die Kosten für den Umbau der lange Zeit als Lager genutzten Synagoge zur Dokumentations-, Lern- und Gedenkstätte bezifferte Hellmann so: "Das bewegt sich auf die Sechsstelligkeit zu." Die Geldausgabe und die Arbeit will die Stadt zusammen mit Bürgern schultern. Davon erhofft der Bürgermeister eine höhere Identifikation mit dem Vorhaben. So solle ein Zeichen gesetzt werden, "dass wir aus der Vergangenheit gelernt haben". Einen nicht unwesentlichen Beitrag auf den Weg dahin haben die Besucher der Gedenkveranstaltung geleistet: Rund 1100 Euro haben sich an diesem Abend in der Kollekte angesammelt - für die Restaurierung der Synagoge.




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