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Sebastian Edathy macht Praktikum bei der Tafel / Zwiespältige Betrachtung des Systems

"Respekt vor der ehrenamtlichen Leistung"

Bückeburg (bus). Ein unter dem Strich positives Fazit hat der Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy im Anschluss an einen Besuch der Bückeburger Tafel gezogen. "Ich habe Respekt vor der hier ausschließlich ehrenamtlich geleisteten Arbeit", stellte er während eines Bilanzgespräc hs fest. Der Tafelbesuch war Teil eines sogenannten Sommerpraktikums, das Edathy auch in die Mittelweser-Klinken in Nienburg oder ins Jobcenter Stadthagen führte.

Edathys Tafel-Programm umfasste die Begleitung einer nach Minden führenden Lebensmittel-Sammelfahrt, ein gemeinsames Frühstück mit den Ehrenamtlichen und die Ausgabe von Lebensmitteln. Der Abgeordnete lobte sowohl die Mitarbeiter ("großer Ehrgeiz, großes Engage- ment") als auch die Einrichtung insgesamt. "Hier wird viel Lobenswertes für Leute geleistet, dienicht auf der Sonnenseite des Lebens ste- hen", unterstrich der Praktikant. Parallel brachte Edathy seine zwiespältige Betrachtungsweise des Gesamttafelwesens (Politikersprache: "Ich sehe das ein Stück weit ambivalent") zum Ausdruck: Generell müsse das soziale Sicherungssystem der Bundesrepublikeine ausreichende Versorgung der Bevölkerung gewährleisten; womöglich entstehe der durch die Tafeln gedeckte Bedarf auch dadurch, dass viele Personen nicht in der Lage seien, ihr Geld über den Monat hinlänglich einzuteilen, gab der Politiker zu bedenken. Die bemerkenswerte Steigerung der Kundenzahl (an der Dammstraße wurde im ersten Halbjahr eine Zunahme um etwa 20 Prozent verzeichnet) sei möglicherweise auch auf den erhöhten Bekanntheitsgrad der Tafel zurückzuführen. Zudem gelte: "Nachfrage stellt sich bei Angebot ein." Darüber hinaus mahnte Edathy die Vernetzung der regionalen Tafeln an, um einen Abgleich der Besucher zu ermöglichen. Ansonsten bestehe in Einzelfällen das Risiko von "Tafeltourismus", was dem Geist der Hilfseinrichtungen widerspräche. Bückeburgs Tafel-Chef Heinrich Heitmann kündigte an, in naher Zukunft Kontakt mit den umliegenden Tafeln aufzunehmen, um die Problematik zu diskutieren. Heitmanns Hinweis auf den in der jüngsten Vergangenheit festzustellenden deutlichen Spendenrückgang konterte der Praktikant umgehend. "Ich werde 200 Euro auf das Tafel-Konto überweisen", erklärte Edathy. Wer es dem Politiker gleichtun will, sollte sich die Kontonummer 41 444 100 bei der Volksbank in Schaumburg (Bankleitzahl: 255 914 13) notieren. Weitere Informationen unter der Rufnummer (0 57 22) 90 57 58.




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