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Altes Wartehäuschen am Busbahnhof wird abgerissen / Zukunft der Toilettenanlage bleibt vorerst eine offene Frage

Relikt aus den 70ern soll freundlichem Glasbau weichen

Bad Eilsen (tw). Jetzt ist nicht mehr dran zu rütteln: Das völlig versiffte Wartehäuschen am Rande des Busbahnhofs wird - definitiv - noch diesen Herbst abgerissen und durch einen gläsernen Neubau in der Mitte des Platzes ersetzt. Lediglich die Zukunft der angrenzenden und seit langem abgesperrten Toilettenanlage ist im Augenblick noch ungewiss. Mit Abriss und Neubau möchte die Gemeinde Ankommenden eine "Visitenkarte" zeigen, die eines Kurortes würdig ist.

Besiegelt haben diesen Beschluss, den der Bauausschuss bereits zu einem früheren Zeitpunkt im Grundsatz gefasst hatte (wir berichteten), Bürgermeister Horst Rinne, Ausschuss-Chef Dr. Willi Dreves (CDU) und die Ratsherren Manfred Kühn (SPD) und Thomas Schütte (Gruppe Rinne/Schütte) beim jüngsten Ortstermin. Vorausgegangen war eine längere Diskussion über möglicheAlternativen, den Busbahnhof neu zu gestalten. Wartehäuschen Bad Eilsens Bauhofchef Bertram Meier weist darauf hin, dass ein Abriss das Problem mit dem Vandalismus nur an eine andere Stelle in Bad Eilsen verlagern werde: "Dann sitzen die Jugendlichen vor dem Kursaal oder dem Julianenbrunnen und sorgen dort für Zerstörungen." Da sei es ihm, Meier, lieber, wenn sie am Busbahnhof blieben, "wo sie nicht mehr viel kaputt machen können." Der bei dem Ortstermin gleichfalls anwesende Kirchner-Ingenieur Bernd Conrad regt an, das alte Wartehäuschen durch den Einbau von Fensteröffnungen transparenter zu machen und zusätzlich den Wind- und Sichtschutz aus Beton wegzunehmen. Alternativ könne man es auch mit einer Stahltür verschließen und als Lagerraum für den Bauhof nutzen. Insbesondere für Kühn stellt das Gebäude jedoch ein "hässliches Relikt aus den 70er Jahren" dar, das "ohne Wenn und Aber abgerissen" werden muss. Toilettenanlage "Taxifahrer", sagt Dreves, "haben uns darauf hingewiesen, wie wichtig eine WC-Anlage auf dem Busbahnhof ist." Viele Neuankömmlinge, die den Bus verlassen, würden sie als allererstes aufsuchen wollen. Anfängliche Überlegungen, Fahrgäste an die umliegenden Gaststätten zu verweisen und deren Wirten für das Nutzen ihrer "Örtchen" eine Entschädigung zu zahlen, haben die Politiker schnell verworfen. Wie Meier betont, habe er "niemanden mehr gefunden, der seinen Ekelüberwinden kann und in dem bestehenden WC-Häuschen noch sauber macht". Seine Mitarbeiter würden es jedenfalls definitiv nicht mehr tun. Bleibt das Problem, wie sich Vandalismus auf einer neuen, gemeindeeigenen Toilette künftig verhindern lassen wird: "Hätten wir auf dem Platz ein Kiosk stehen, könnte dessen Betreiber den Toilettenschlüssel ausgeben", wirft Kühn in die Diskussion. Ähnlich funktioniere das auf dem Pferdemarkt in Stadthagen. Denn eines sei glasklar: "Lassen wir das - neue - WC offen respektive ohne Aufsicht, wird es in nicht mal zwei Wochen schon wieder zerstört sein", ist der ehemalige Polizeibeamte überzeugt. Schütte favorisiert unterdessen die Lösung, eine Toilettenanlage nicht selbst zu bauen, sondern anzumieten und am besten noch durch eine externe Firma betreiben zu lassen; die könne dann von den Gästen das Geld für die künftig kostenpflichtigen WC-Sitzungen kassieren. Was sich bei den Politikern vor Ort am Ende durchsetzt, ist eine Auffassung, die Dreves so beschreibt: "Wenn wir das alte Wartehäuschen abreißen und durch einen gläsernen, offenen Neubau in der Mitte des Busbahnhofs ersetzen - dann sitzt jeder, der dort Schabernack treiben will, wie auf dem Präsentierteller. Dann werden Schmierereien und Vandalismus unterbleiben." Schütte wird derweil Angebote für eine neue Toilettenanlage einholen.




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