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Fünf katholische Kirchen im Landkreis Schaumburg sollen geschlossen werden / Keine Nachnutzung - Abriss

Rehrener Pastor und Kirchenvorstand sind erschüttert

Landkreis (la/tw). Wie das Bistum Hildesheim gestern bekannt gegeben hat, zählt auch die katholische St.-Katharina-Kirche in Rehren zu jenen fünf Gotteshäusern im Landkreis Schaumburg, die geschlossen werden sollen. Sie alle gehören in der amtlichen Rangliste ihrer Bedeutung in die Kategorie "C 2". Das bedeutet: "Die Kirche erscheint für die pastorale Entwicklung nicht unbedingt notwendig. Es liegen Gründe vor, ihre Profanierung vorzusehen." Das wiederum bedeutet: Entweihung, Nachnutzung, eventuell Abriss. Betroffen von diesem Schicksal sind außer St. Katharina in Rehren, St. Johannes in Bad Eilsen, St. Markus in Lauenau, die Heilig-Kreuz-Kirche in Helpsen und St. Bartholomäus in Nienstädt. Die Kirche "Maria Königin" in Fischbeck zählt ebenfalls zur Abschaffungskategorie "C 2".

Vor zwei Wochen war die Welt der katholischen Kirche in Rehren n

"Das kann nicht sein. Erst gestern habe ich die Mitteilung bekommen, dass wir einen Zuschuss in Höhe von 8000 Euro für eine neue Heizung bekommen", sagte am Freitag in Rehren Pastor im Ruhestand Johannes Welten völlig überrascht und schockiert. Er hält noch die Gottesdienste in der St.- Katharina-Kirche und bewohnt das zur Kirche gehörende Pfarrhaus. Nur ein Mal pro Monat kommt Pastor Mauerhof aus Obernkirchen zum Gottesdienst nach Rehren. Verwaltungstechnisch gehören die rund 650 katholischen Auetaler Gemeindeglieder bereits seit zwei Jahren zu Obernkirchen. "Unsere Kirche wurde erst 1961 von Dombaumeister Wilhelm Fricke gebaut. Sie ist solide gebaut und in einem guten Zustand", so Welten im Gespräch mit unserer Zeitung. Das sieht Kirchenvorstand Friedrich Brehmeier anders: "Die Kirche ist sanierungsbedürftig. Eine Isolierung im Keller und ein neuer Innenanstrich stünden an." Die geplante Schließung erschüttert Brehmeier ebenso wie Welten. "Das ist für unsere Gemeinde eine Katastrophe", sagte Brehmeier. "Die Gemeinde wird sich zerstreuen." Die Auetaler Gemeindeglieder würden nicht, wie vom Bistum Hildesheim gedacht, zum Gottesdienst nach Bückeburg fahren, sondern sich, wenn überhaupt, auf andere Kirchen verteilen. "Die Gemeindeglieder aus dem östlichen Auetal werden sich nach Lauenau orientieren, die Mitte nach Hessisch Oldendorf und die Gemeindeglieder aus dem westlichen Auetal nach Obernkirchen", meint Brehmeier. Damit würde sich die Auetaler Kirchengemeinde komplett auslösen. Dass in Zukunft in der Gemeinde alles auf Sparflamme laufen müsste, sei den Auetalern bereits bekannt gewesen. Daher habe man auch ein Gremium mit dem Kirchenvorstand aus Obernkirchen gebildet, um festzulegen, wann, wie oft und wo in Zukunft Gottesdienste stattfinden könnten. "Von der Schließung unserer Kirche war dabei aber nie die Rede", sagte Brehmeier, der von der Entscheidung völlig überrascht ist. Als Nachnutzung könnte sich der Kirchenvorsteher das Gebäude für kulturelle Zwecke vorstellen. "Vielleicht könnte eine Bibliothek eingerichtet werden", so Brehmeier. "Doch daran möchte ich jetzt noch nicht denken. Mir ist der Erhalt unserer Gemeinde zunächst wichtiger." Die 1963 an der Ringstraße 1 in Bad Eilsen erbaute Johannes-Kirche ist ebenfalls in die Kategorie "C2" eingeordnet worden. Pfarrer Matthias Ziemens von der katholischen Pfarrgemeinde St. Marien (Bückeburg), zu der auch die Johannes-Kirche in Bad Eilsen gehört, sagte gestern gegenüber unserer Zeitung: "Mich hat überrascht, dass neben Bad Eilsen auch Rehren in die Kategorie ,C2' eingestuft worden ist." Für Bad Eilsen könne er das verstehen, denn: "Die Johannes-Kirche war immer eine Filialkirche, aber nie eine eigenständige Gemeinde - das wird oft vergessen." Die Kirche sei damals speziell für den Kurbetrieb gebaut worden, habe aber mit dem Ausbleiben der Kurgäste im Zuge der Gesundheitsreform mehr und mehr an Zulauf verloren." Obwohl es in der Samtgemeinde Eilsen noch "etwa 800" Katholiken gebe, finde ein echtes Gemeindeleben aufgrund des hohen Altersdurchschnitts nicht mehr statt; es gebe lediglich noch die beiden Gottesdienste. Der Pfarrer: "Etwa die Hälfte dieser Gottesdienstbesucher kommt heute bereits aus Bückeburg und Obernkirchen. Offenbar, weil die Termine für diese Gläubigen günstiger liegen." Nun müsse für die Johannes-Kirche im Zuge des Verkaufs eine "würdige Nachnutzung" gefunden werden - "eine Gaststätte fällt nicht darunter", betont der Pfarrer. Für die Eilser Gläubigen sieht er keine großen Probleme: "Die meisten Menschen sind mobil, die Gotteshäuser in Obernkirchen und Bückeburg sind jeweils nur wenige Autominuten entfernt."

Vor der Schließung: Heilig-Kreuz-Kirche in Helpsen.
  • Vor der Schließung: Heilig-Kreuz-Kirche in Helpsen.
Vor der Schließung: St. Johannes in Bad Eilsen.
  • Vor der Schließung: St. Johannes in Bad Eilsen.
Vor der Schließung: St. Bartholomäus in Nienstädt. Fotos (4): to
  • Vor der Schließung: St. Bartholomäus in Nienstädt. Fotos (4): tol
Vor der Schließung: die St.-Katharina-Kirche in Rehren.
  • Vor der Schließung: die St.-Katharina-Kirche in Rehren.
Vor der Schließung: Heilig-Kreuz-Kirche in Helpsen.
Vor der Schließung: St. Johannes in Bad Eilsen.
Vor der Schließung: St. Bartholomäus in Nienstädt. Fotos (4): to
Vor der Schließung: die St.-Katharina-Kirche in Rehren.
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