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Bach- und Mozartfest im Mausoleum / Wegen desÜberhalls anziehend

Reges Interesse für Solisten des Bückeburger Bach-Orchesters

Bückeburg. Traditionsgemäß haben auch in diesem Frühjahr wieder Solisten des Bückeburger Bach-Orchesters eine auf reges Interesse stoßende sonntägliche Mausoleums-Matinée bestritten - und zwar die 14. unter Koordination von Friedrich-Wilhelm Tebbe. Dieser umrahmte die Veranstaltung wie immer mit erläuternden Worten. Zudem wies er auf eine neue CD hin, die "Serenade im Schloss Bückeburg" übertitelt ist und von Mozarts Violinkonzerten Nr. 3 und Nr. 5 geprägt wird. Ausführende sind neben dem Ensemble die Geiger Stefan Milenkovich und Nachwuchstalent David-F. Tebbe.

Autor:

Dietlind Beinßen

Doch zurück ins Mausoleum: In der einleitenden, unmittelbar eingängigen Mozart´schen Harmoniemusik für zwei Flöten, "In diesen heil´gen Hallen", fanden Wanda Sokolowskaja und ihr Partner Peter Martin - nach wenigen Sekunden des sich Einfühlens in die heikle Akustik - zu einem harmonischen Dialog. Die folgenden zwei Sätze aus der Sonate G-Dur von Wilhelm Friedemann Bach (1710- 1784) wirkten trotz - oder gerade wegen - des Überhalls anziehend und eingängig. Dank der Flötenkünste beider Interpreten changierten sie gekonnt zwischen rhythmischem Drive und schwelgerischer Fülle. Danach aber wurde das eigentliche Highlight der mittäglichen Musizierstunde im Bückeburger Mausoleum zum Klingen gebracht: die wirkungssichere Melange der "Trio-Sonate e-Moll" für Flöte, Viola und Basso continuo von Johann Christoph Friedrich, dem "Bückeburger Bach" (1732-1795). Peter Martin (Flöte), Alexandra Wieczynska (Viola), Konrad Haesler (Violoncello) und Hans-Joachim Vogt (Cembalo sowie Leitung) verstanden sich auf die Tonsprache, erreichten schnell eine geschlossene Leistung und damit die optimale künstlerische Betriebstemperatur. Seine flexiblen dynamischen und artikulatorischen Qualitäten und seinen nachdrücklichen Gestaltungswillen zeigte nicht zuletzt erneut Conrad Haesler (er mischt seit 1991 im Tebbe-Team mit, Peter Martin übrigens ab 1980), indem er die spannungsvollen Verästelungen von Vater Bachs "Suite für Violoncello", BWV 1010, farbenreich ausbreitete. Anschließend überließ der Altmeister dem jungen Violin-Kollegen David-F. Tebbe genügend Freiraum für dessen virtuoses und motorisch pulsierendes Solo bei der Sarabande aus der Bach-Partita d-Moll. Zu kleinen Erlebnissen reiften darüber hinaus die Zugaben: Richard Sahlas tonschönes Geigen-Abendlied und vorher schon das vom Flötenduo zelebrierte "Reich mir die Hand, mein Leben" von Mozart.




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