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Refugium Kläranlage: Bad Münder hat eine neue Hummelwiese

BAD MÜNDER. Wenn Hummeln keine Probleme mit strengen Gerüchen haben, könnte die Fläche hinter den Klärbecken bald ein fester Punkt auf der Landkarte der Insekten werden. Eigens für die runden Bienen hat Oewa-Niederlassungsleiter Sebastian Lösch in Zusammenarbeit mit dem Nabu eine Rasenfläche dem Wildwuchs überlassen.

Hinter dem Klärbecken ist Wildwuchs erlaubt: Marco Feldheim, Sebastian Lösch und Britta Raabe auf der Hummelwiese. Erste Wespen sind schon am Insektenhotel zu sehen. Foto: Dittrich
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Benedikt Dittrich Redakteur zur Autorenseite

Rund 1400 Quadratmeter Rasen wachsen seit vergangenem Jahr auf dem Gelände ohne Eingriff des Rasenmähers. „Das ist als Reservefläche gedacht gewesen, um die Kläranlage bei Bedarf zu erweitern“, erklärt Lösch. Da dies in absehbarer Zeit nicht der Fall sein wird, ist die Fläche schon seit Jahren grün, wurde aber stets gemäht. „Da stand auch mal ein Reh auf der Fläche“, erzählt Lösch, der während seiner Arbeit die Fläche vom Fenster aus im Blick hat.

Kurz gehalten wurde das Gebiet über Jahre maschinell, in Zukunft sollen nur noch Schafe auf der Fläche als natürliche Rasenmäher dienen. „Ein Schäfer mit Feldern in der Nähe treibt seine Herde hier sowieso regelmäßig durch“, erklärt Lösch. Gesät wurden ersten Wildblumen im vergangenen Jahr, inzwischen wachsen Schafgarbe, Löwenzahn und andere Wildkräuter auf dem Areal. „Ich sehe auch schon Spitzwegerich, Gartenwicke und Günsel“, bemerkt Britta Raabe bei einem Streifzug durch die Wiese.

„Ich hatte eigentlich gehofft, dass ich von der Fläche auch ein paar Blumen für meine Frau pflücken kann“, sagt Lösch mit einem Grinsen, „aber sowas wächst dann da ja doch nicht.“ Es gehe bei dem Projekt eben eher um hier heimische Pflanzen, die ganzjährig blühen und eben von Hummeln bevorzugt werden. Große, bunte Blumen zählen nur bedingt dazu.

Auf die Fläche ist neben neuen Pflanzen auch das Insektenhotel, das schon vor einiger Zeit in Kooperation mit dem Nabu-Ortsverband aufgebaut wurde. Dazu bieten Schüttholz und große Steine Insekten verschiedenster Art Unterschlupf. Beim Ortstermin untersuchte Raabe zusammen mit Marco Feldheim, technischer Leiter der Kläranlage, auch gleich den Zustand des Insektenhotels. „Da müsste man ein bisschen was verbessern“, sagt die Leiterin der regionalen Nabu-Geschäftsstelle. Ins Auge gefasst hat sie das Holz des Insektenhotels: Die gebohrten Löcher bieten dem Nachwuchs der kleinen Tiere nicht mehr genügend Schutz.

Hummeln wurden bis jetzt leider noch nicht gesichtet, aber Raabe ist überzeugt: „Die kommen noch.“ Die Königinnen würden ihre Völker gerade erst gründen. Bis sie ausschwärmen dauere es noch. Stattdessen waren allerdings schon andere Insekten vor Ort: Eine Hornisse und einzelne Wespen schabten bereits Holz für den Nestbau vom Insektenhotel ab.

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