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Schießen mit dem Vorderlader: Heinrich Dieterich gewinnt Pokal / Veronika Cascino als Neueinsteigerin erfolgreich

Recycelte Kugeln und der Geruch von Schießpulver

Rolfshagen (la). Im Schützenhaus in Rolfshagen riecht es nach Schießpulver. Ein lauter Knall, Funken sprühen - "Oje, habe ich mich jetzt erschrocken. Das ist ja furchtbar!" sagt Veronika Cascino, lacht dabei aber herzlich und lässt den Vorderlader gleich wieder für den nächsten Schuss laden.

Zum ersten Mal hat sie sich um Jahre in der Zeit zurückversetzen lassen und mit einem Vorderlader geschossen. "Das ist mit dem Luftgewehr- oder Kleinkaliberschießen nicht zu vergleichen", stellt sie fest. Das können Wilhelm Lutter und Robert Rudolf vom Schützenverein Rolfshagen nur bestätigen. Sie sind die "Profis" in Sachen Vorderladerschießen. Schon der Aufwand vor dem Schuss ist groß, und es dauert seine Zeit, bis angelegt werden kann. Von Hand wird das Schießpulver in den Lauf gestopft, danach die Bleikugel. Die Kugeln werden in Rolfshagen von Wilhelm Lutter und Robert Rudolf eigenhändig hergestellt. "Wir suchen dazu das Blei zum Beispiel aus der Luftgewehrmunition im Schießstand auf, schmelzen es und gießen daraus die Bleikugeln", erzählt Rudolf. Das sei zwar sehr aufwendig, aber wesentlich preiswerter als Kugeln zu kaufen. "Außerdem machen wir es uns dabei richtig gemütlich", fügt Rudolf hinzu. Veronika Cascino, die zum ersten Mal beim Schießen mit dem Vorderlader um den von Norbert Monden gestifteten Pokal teilnimmt, wartet gespannt darauf, auf die 50 Meter entfernte Zielscheibe anlegen zu können. Wilhelm Lutter gibt ihr wertvolle Tipps. "Zunächst musst du Ohrenschützer aufsetzen, denn es knallt ziemlich." Er zeigt ihr, wie sie die schwere Waffe halten muss. "An die Schulter anlehnen, denn es gibt einen Rückstoß", warnt Lutter. "Genau zielen und den Finger an den vorderen Abzug. Keine Angst, es kann noch nichts passieren." Noch hat Lutter den Zünder nicht aufgesetzt. Erst als Veronika Cascino meint, den Vorderlader "unter Kontrolle" zuhaben, steckt Lutter den Zünder auf, und die "Neueinsteigerin" drückt ab. Ein Knall, Funken sprühen, es qualmt und riecht nach Schießpulver. "Da hat man richtig etwas Angst, wegen der Funken. Da kommt ja ein richtig kleines Feuer raus", stellt Veronika Cascino fest. Wilhelm Lutter lässt unterdessen schon die Zielscheibe nach vorne rollen. "Das ist eine Zehn", glaubt Schießsportleiter Mario Cascino schon auf zehn Meter Entfernung zu sehen, und er behält Recht. Seine Mutter Veronika lässt sich weder vom Knall noch vom "Feuer" abhalten und schießt noch fünf Mal, denn schließlich hat jeder Schütze sechs Schuss. Die besten Fünf kommen in die Wertung. Am Ende gewinnt Heinrich Dieterich den Pokal. Die Ehrenscheibe, auf die die Vorderladerschützen des Vereins geschossen haben, geht an Norbert Monden. Veronika Cascino erhält einen Preis als beste Neueinsteigerin. Sie darf einen Abend mit den Vorderladerschützen verbringen. Die sindübrigens im Schützenverein Rolfshagen sehr aktiv und erfolgreich. Sie schießen in der Landesliga und kämpfen dort um einen vorderen Platz..




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