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Reaktionen: Deutschland, kein Sommermärchen

Es ist kaum in Worte zu fassen – und dennoch eingetreten: Deutschland scheidet in der Vorrunde der WM aus. Freilich war der Auftritt der DFB-Elf bereits im ersten Vorrunden-Spiel nicht gerade glänzend. Doch schien die Möglichkeit, vorzeitig rauszufliegen, so unvorstellbar, dass so mancher Fan es nicht glauben konnte...

Tränen bei deutschen Nationalspielern, Tränen bei den Zuschauern, aber: Das frühe WM-Aus kam für viele Fans nicht überraschend. Foto: dpa

Autor:

Danny herden

Nicht nur Trainer und Spieler zeigten sich nach dem Spiel maßlos enttäuscht – auch im Deister-Süntel-Tal war die Stimmung größtenteils gedämpft. „Es sollte diesmal einfach nicht sein“, erkläre Karl-Heinz Westenfeld, Vorsitzender des FC-Eldagsen, nachdem sich der erste Schock gelegt hatte. Sein nüchternes Fazit zum frühen WM-Aus: Es läge nicht an einzelnen Spielern, sondern am Auftreten der Mannschaft selbst. Das Ergebnis sei dabei weniger überraschend gewesen. Nicht nur an taktischen Feinheiten hätte es gefehlt, sondern auch am Herzblut – und der Leidenschaft, auf jeden Fall die nächste Runde erreichen zu wollen.

Eine ähnliche Sichtweise hat auch Dietmar Adler, Pastor und Mitorganisator des Public-Viewings im Gemeindehaus Bad Münder. Am meisten enttäuscht den Münderaner, dass das Gemeinschaftsgefühl, das beim WM-Gucken mit verschiedenen Menschen omnipräsent ist, nun abrupt vorbei sei. „Das Schöne an einer WM ist doch, dass alle Menschen für 90 Minuten zusammen sind und gemeinsam mitfiebern.“ Trotz seiner großen Enttäuschung sagt Adler: Das Ausscheiden des DFB-Teams war verdient.

Alles andere als überrascht war Kathrin Gaßmann, Spielerin des SC Völksen: „Das war bereits beim ersten Spiel abzusehen.“ Sie attestiert spielerische Fehler, hat aber auch den Spielfeldrand im Blick: Ein Trainerwechsel würde der Blick würde der Mannschaft ihrer Ansicht nach gut tun. „Manchmal bedarf es eines Umbruchs. Außerdem hätte Löw mehr auf die jungen Spieler setzen und auf den einen oder anderen verzichten sollen.“

Nahezu gelangweilt von der Partie war Regina Seifert, DRK-Vorsitzende in Bad Münder, die das Spiel zu Hause mit ihrer Familie verfolgte. Ihr habe bei dieser WM vor allem Eines gefehlt: Die Risikobereitschaft, der Wille, ernsthaft etwas im Strafraum der gegnerischen Mannschaft zu bewirken. Besonders enttäuscht sei sie über die fehlende Entschlossenheit, für die Fans alles zu geben. Ihr Fazit lautet daher ganz klar: „Eigentlich hatten sie es auch nicht verdient, zu gewinnen.“

Für Michael Wehmann, Spieler des VfB Eimbeckhausen, ist das WM-Ausscheiden zwar bedauerlich, aber absehbar gewesen. „Schade ist nur, das ich demnächst auf Mallorca bin und dort gerne in Gemeinschaft mehr Spiele der Deutschen gesehen hätte.“ Zur Frage, ob Löw noch der richtige Trainer sei, zeigt er sich zurückhaltend: „Löw hat jahrelang eine gute Arbeit geleistet und strahlt eine gewisse Ruhe aus, die ihn als Trainer ausmacht.“

Das vorzeitige WM-Aus löste jedoch nicht nur Fassungslosigkeit und Enttäuschung aus, wie Robert Ascher, Ehrenstadtbrandmeister, weiß: „Bei vielen, mit denen ich mich unterhalten habe, kam Schadenfreude auf.“ Spätestens im Achtelfinale gegen Brasilien, so sagt er, wäre das deutsche Team untergegangen. Außerdem fehlte Ascher das „Wir-Gefühl“, das die deutsche Mannschaft in vergangenen Turnieren groß gemacht habe.

Fehlenden Team-Geist bemängelt auch Stefanie Otto, Mitarbeiterin der GeTour in Bad Münder. Sie ist sich sicher: Die Spieler haben einfach nicht an sich geglaubt. Aus spielerischer Perspektive wäre vieles schief gelaufen – gefehlt habe primär „der Biss“ und die Gelassenheit. „Eines darf man aber nicht vergessen: Am Ende des Tages sind auch die Spieler nur Menschen“, sagt die Münderanerin.



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