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Rascher Ort Hasperde: Landkreis will Mini-Bodengutachten

HASPERDE. Nach der überraschenden Absage der Spedition Purrmann, die mit 30.000 Quadratmeter Fläche als Anker in dem lange brach liegenden Gebiet dienen sollte, will Wirtschaftsförderer Andreas Manz nun die Suche nach einem neuen großen Unternehmen starten. Dabei helfen soll ein eigenes kleines Bodengutachten.

Bleibt leer – bis auf das Gelände der Spedition Othmer: das Gewerbegebiet Rascher Ort. Foto: NDZ-Archiv
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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Eine größere Variante hatte bei Purrmann nach eigener Darstellung den Ausschlag für den Rückzieher gegeben: Das 10.000 Euro teure Papier bescheinigte dem Boden im Gewerbegebiet mangelnde Tragfähigkeit – zumindest für die von Purrmann beabsichtige Lagerhalle mit Hochregalen.

Manz erklärt, er habe nun eigene Bohrungen auf dem Gelände in Auftrag gegeben: „Ich kenne das Bodengutachten von Purrmann nicht – aber das Unternehmen hat natürlich auch ganz spezielle Anforderungen.“ Er wolle mit dem eigenen „Mini-Gutachten“ allen weiteren potenziellen Interessenten gegenüber „die Karten auf den Tisch legen“: Angesprochen auf Purrmanns Probleme werde er ohnehin: „So gehe ich auf Nummer sicher.“ Manz geht aber davon aus, dass viele Firmen gar nicht die Lastenanforderungen an den Boden haben wie die Hamelner Spedition.

Wer allerdings die großen Flächen übernimmt, steht komplett in den Sternen. „Ich habe keinen Plan B“, räumt der Wirtschaftsförderer ein – so wie viele bei Stadt und Landkreis hatte er den Umzug der Spedition nach Hasperde bereits in trockenen Tüchern gesehen. Es gebe weitere Interessenten für kleinere Flächen von 2000 bis 3000 Quadratmetern, mit denen er im Gespräch sei, so Manz: „Aber da ist niemand bei, der die große Fläche füllt.“ Manz ist noch vorsichtiger geworden, was Prognosen für das Gewerbegebiet angeht. Nicht nur wegen der geplatzten Purrmann-Ansiedlung: Auch zuvor hatte es über die Jahre immer wieder Interessenten gegeben – doch die Gespräche platzten: „Die Erfahrung hat mich gelehrt, zurückhaltend zu sein“, sagt Manz. Er wolle dafür weder für eine mögliche neue Anker-Ansiedlung noch für eine der kleineren Firmen mögliche Termine nennen.

Purrmann hatte vor einigen Tagen seinen Rückzug aus dem Gewerbegebiet verkündet. Die Spedition wollte eigentlich aus Hameln abwandern, weil sie dort keine Erweiterungsmöglichkeit gesehen hatte. Für Stadt Bad Münder und Landkreis besonders bitter: Sie müssen nicht nur auf die Ansiedlung – und damit im Fall der Stadt etwa auf Gewerbesteuereinnahmen – verzichten, sondern sich parallel auch noch einem juristischen Verfahren stellen: Dabei hatte der Erschließungsträger auf Geld für das Anlegen der Straßen im „Raschen Ort“ geklagt. Die Stadt sieht die damals geschlossenen Vereinbarungen als ungültig an.



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