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Raiffeisen-Landbund gibt Rohrsen auf

ROHRSEN. Die Tage des Raiffeisen-Landbund-Standortes Rohrsen sind gezählt. Das Datum der Schließung von Raiffeisen-Markt und Agrarhandel steht noch nicht fest – das grundsätzliche Aus aber ist beschlossen.

Mit dem landwirtschaftlichen Warengeschäft wird auch der Raiffeisen-Markt bei Rohrsen aufgegeben. Foto: Rathmann
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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Thematisiert wurde die Aufgabe des Standortes Rohrsen jetzt anlässlich der Diskussion um bauliche Veränderungen am Lauenauer Ortsrand. Am ehemaligen Bahnhof Lauenau verfügt der Raiffeisen-Landbund (RLB) über größere Flächen, dort soll am bisherigen Standort für rund 1,5 Millionen Euro ein Neubau entstehen, das entsprechende Antragsverfahren läuft. Der Plan des Genossenschaftsvorstandes: Der Neubau am Lauenauer Bahnhof soll so aufgestellt werden, dass die weiteren Standorte in der näheren Umgebung, der Standort Ahornweg in Lauenau und der Standort Rohrsen, entfallen können.

Ende 2015 hatte die Genossenschaft die RLB-Werkstatt in Rohrsen geschlossen und dabei eine Welle der Empörung bei heimischen Landwirten losgetreten – insbesondere, weil zwischen Bekanntgabe der Schließung und Schließung gerade einmal zwei Monate lagen. In der Folge hatten die Mitglieder der Genossenschaft eine langfristige Planung und einen entsprechenden Vorlauf in den Informationen erbeten.

Für den Vorstandsvorsitzenden Marco Gottschalk ist denn auch die Schließung kein aktuelles Thema: „Allerfrühestens im nächsten Jahr“ stehe sie an, erklärte er auf NDZ-Nachfrage, alles werde „auf Sicht“ geplant, die Schließung sei „nichts, was drückt.“ Zunächst einmal müsse das Vorhaben in Lauenau umgesetzt werden.

Dort will die Genossenschaft im Schwerpunkt das „landwirtschaftliche Warengeschäft“ betreiben. Nicht vorgesehen ist bislang das, was in Rohrsen auch Kunden ohne landwirtschaftliche Betriebe anlockt: der Raiffeisen-Markt mit seinem Sortiment für Tierhalter und Gartenbesitzer.

Auch die Zahl der Mitarbeiter, die am neuen Standort eingesetzt werden sollen, stehe nach Auskunft von Heiko Wente, Betriebsstellenleiter in Rohrsen, noch nicht fest. Bislang seien an den Standorten Rohrsen und Lauenau fünfeinhalb Stellen vorgesehen, mit der Konzentration auf nur einen Standorte werden Mitarbeiter auf andere RLB-Standorte ausweichen müssen.

Betroffen reagierte Heinrich Spangenberg auf das geplante Aus für den Standort Rohrsen. Er hatte als 14-Jähriger dort eine Lehre begonnen, war 49 Jahre später als Leiter des Standortes ausgeschieden. „Ich habe mein ganzes Leben dort gearbeitet“, sagt er. Nach der Schließung der Werkstatt seien Befürchtungen laut geworden, dass auch die anderen Teile folgen könnten, aber: „Wenn es dann soweit ist, verflixt, dann tut das schon weh.“

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