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Raffiniertes Feuerwerk an Rhythmen

Stadthagen (dis). Im Konzertbereich gilt das Akkordeon nicht selten als Exot. Doch dass es längst seinen festen Platz in der Musikwelt einnimmt, hat der Auftritt des renommierten "Akkordeon-Orchesters Bückeburg 1946 e.V." in der Aula des Ratsgymnasiums unter Beweis gestellt.

Erstmals wurde die gern gehörte Formation von der jungen, grazilen Kroatin Mateja Zenzerovic geleitet, und das auf geradezu choreographische Weise, elastisch, wendig und doch ganz punktgenau. Die zweite Neuerung war, dass die Jahresveranstaltung nicht wie üblich in der ehemaligen Residenzstadt, sondern - auf vielfachen Wunsch treuer Fans - in der Kreisstadt ausgetragen wurde. Vorweg sei gesagt: Die eingeschworene Mannschaft beglückte bei dieser Premiere mit ihren bunten Medleys so sehr, dass sich das Publikum am Ende ausdauernd einen beschwingten Musette-Walzer sowie einen motivierenden Marsch erklatschte. Ovationengab es obendrein. Als Hors d'Oeuvre kredenzte das spielfreudige Team zwei temperamentsmäßig unterschiedliche Sätze aus Boellmanns "Suite Gothique"; den Strauss' schen Kaiserwalzer hängte es gleich dran. Was sie bei der hannoverschen Kapazität, Professorin Elisabeth Moser, an Technik, Stil und Fingerfertigkeit gelernt hatte, demonstrierte danach Zenzerovic voller Gefühl und Temperament solistisch an vier Stücken aus "Musica Ricercata" von Ligeti. Unter diesem Feuerwerk vonKlängen, Stilen und Rhythmen wurde jeder Zweifel an der Attraktivität eines "Schifferklaviers" ausgeräumt. Mit Sinn für Seelenlagen entlockte die ganze Gruppe anschließend Lenoirs mal weich-fließendem, dann aber zackigen "Parlez moi d'amour" ihren Tasten, um mit Verve Kahls temperamentvolle "Music of Resurection" folgen zu lassen. Weitere - unter anderem vom unvergessenen Wilhelm Diehl arrangierte - Leckerbissen wie Bizets vielschichtige L'Arlésienne Suite II, Webbers facettenreiches Phantom-Thema in konzertanter Fassung, unwiderstehliche Abba-Melodien sowie einen zündenden Piazzolla-Libertango erweckte das mit E-Bass, Keyboard und Schlagzeug angereicherte Ensemble ebenfalls im reizvollen Klanggewand zu buntem Leben. Das Auskosten vonNuancen und Umgehen mit Stimmungen und Tempi waren zweifellos Stärken, die immer wieder zum Einsatz kamen. Erwähnt seien noch die Moderation von Georg Radke und die einführenden Worte vom Vorsitzenden Dieter Plischki.




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