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Quittung fürs Zeitungsgeld

Rinteln (who). Es gab tatsächlich einst ein Leben ohne Girokonto, Einzugsermächtigungen oder Online-Banking. Prima sind wir zurecht gekommen, mit Bargeld in der Tasche und dem Gang zum Geldwechseln vor Antritt der Urlaubsreise. Dabei konnten wir auch noch so ganz nebenbei noch unseren Mitmenschen hinter uns in der Warteschlange signalisieren: „Wir fahren ins Ausland.“ Bares in Geldbörse oder Brieftasche in Gestalt von Scheinen und blanken Münzen der guten alten D-Mark-Währung hat uns auch ein angenehmes Gefühl vermittelt.

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Unser Fundstück, das eine Leserin zusammen mit ähnlichen Papierchen beim Aufräumen gefunden hat, erinnert an jene Barzahlerzeiten, als man dem Verkäufer oder in diesem Falle dem Zeitungsboten das Geld noch in die Hand zählen konnte.

Am Monatsersten die Klingel gedrückt

Die bunt bedruckten Zettel stellen den Bezug dazu her als Abo-Quittungen der Schaumburger Zeitung aus dem Jahr 1970. Damals lag deren monatlicher Bezugspreis unter sieben D-Mark und die junge Mehrwertsteuer betrug nur gnädige fünfeinhalb Prozent. Und ganz normal war es, dass der Zeitungsbote um den Monatsersten herum an der Haustür klingelte, um höchstpersönlich das „Zeitungsgeld“ zu kassieren. Zur Erinnerung: Im Gegensatz zu heute kam die Zeitung mittags heraus und Zusteller und Abonnent kannten einander noch von Angesicht zu Angesicht. Dazu war das freundliche Inkasso besonders vor Ostern und vor allem in der Weihnachtszeit eine willkommene Möglichkeit für treue Zusteller, den Kontakt zum Abonnenten zu pflegen und die eine oder andere Mark Trinkgeld oder kleine Geschenke zu ergattern. Und als „Gegengeschenk“ gab’s dann die bunte Quittung unter anderem mit Koch- und Backrezepten fürs Sammelalbum, das ebenfalls der Zeitungsträger offerieren konnte, der sich dafür vom Verlag zusätzlich eine kleine Provision gutschreiben lassen durfte.

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